Rente / 21.09.2021

Rentenbeitrag für Gutverdiener im Westen soll sinken

In den alten Ländern wird die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung 2022 wohl um 50 Euro fallen, im Osten um 50 Euro steigen.

Bild zum Beitrag "Auch 2022 höhere Sozialabgaben für Gutverdiener". Das Bild zeigt einen Stapel Münzen mit einem Taschenrechner.

Berlin (sth). Gutverdiener in den alten Bundesländern müssen 2022 voraussichtlich etwas geringere Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen als in diesem Jahr. In den neuen Ländern steigt die Gehaltsgrenze, bis zu der für diese beiden Sozialversicherungszweige Beiträge fällig werden, dagegen leicht an. Das geht aus dem jetzt vom Bundessozialministerium (BMAS) vorgelegten Entwurf für die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022 hervor. An die Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen demnach im Westen im kommenden Jahr bis zu einem monatlichen Einkommen von 7.050 Euro Beiträge gezahlt werden, in Ostdeutschland bis zu einem Verdienst von 6.750 Euro. Damit würde die Beitragsbemessungsgrenze im Westen um 50 Euro monatlich sinken, im Osten um den gleichen Betrag steigen.  

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung bleibt dem Regierungsentwurf zufolge im kommenden Jahr bundeseinheitlich bei 4.837,50 Euro monatlich stabil. Auch die Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll weiterhin bei einem Jahreseinkommen von 64.350 Euro liegen. Wer mit seinem Einkommen über dieser Grenze liegt, kann sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern. Die für die gesamte Sozialversicherung bedeutsame Bezugsgröße soll im Westen ebenfalls stabil bleiben, im Osten dagegen um 35 Euro monatlich auf 3.150 Euro steigen.

Der statistische Durchschnittsverdienst sinkt

Die Rechengrößen werden jährlich nach einer festen Formel an die Lohnentwicklung des zurückliegenden Jahres angepasst. Die den Rechengrößen 2022 zugrundeliegende Lohnentwicklung im Jahr 2020 (Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne sogenannte Ein-Euro-Jobs) betrug im Bundesgebiet -0,15 Prozent und in den alten Bundesländern -0,34 Prozent. Dadurch sinkt auch der für die Berechnung der individuellen Rentenansprüche bedeutsame Durchschnittsverdienst – von vorläufig 41.541 Euro in diesem Jahr auf 38.901 Euro im Jahr 2022.

Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung muss noch von der Bundesregierung beschlossen und vom Bundesrat bestätigt werden.

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Autor

Stefan Thissen