Rente / 21.03.2018

Rentenerhöhung weckt Begehrlichkeiten

Renten seit 2014 zweistellig gestiegen. Kein Wunder, dass die Erhöhung auf breite Zustimmung stößt. Doch manche warnen: Es ist eine Ausnahmesituation.

Berlin (dpa/mjj) Die bevorstehende Rentenerhöhung stößt auf breite Zustimmung, wie erste Reaktionen zeigen. Schon gestern würdigte der neue Bundessozialminister Hubertus Heil die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung. Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, unterstrich: "Mit der Rentenanpassung in diesem Jahr erleben wir seit 2014 eine Steigerung der Renten im Westen von 12 Prozent und im Osten von über 16 Prozent". Das liege deutlich über der Preissteigerung in diesem Zeitraum.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte für die geplante Stabilisierung des Rentenniveaus - also des Verhältnisses von Rente zum Lohn - bei Bedarf zusätzliche Steuermittel.

Rentenerhöhung ist "Ausnahmesituation"

Als "kleinen Schritt in die richtige Richtung" wertete der Sozialverband VdK die Rentenerhöhung. Nötig sei nun unter anderem eine Erhöhung des Rentenniveaus, forderte Präsidentin Ulrike Mascher. Das Problem Altersarmut bleibe akut, mahnte auch der Sozialverband Deutschland (SoVD). Der Linke-Rentenexperte Matthias W. Birkwald sagte, die richtige Rentenerhöhung ändere nichts daran, "dass wir zu einem lebensstandardsichernden Rentenniveau von 53 Prozent zurückkehren müssen".

Der FDP-Sozialexperte Johannes Vogel hingegen betonte, Rentenplus und gute Lohnentwicklung könnten nicht darüber hinwegtäuschen, "dass wir uns in einer Ausnahmesituation befinden". Die geburtenstarken Jahrgänge würden im kommenden Jahrzehnt in Rente gehen. Politik mit der Gießkanne dürfe es nicht geben.

Ruppert Mayr und Basil Wegener, dpa

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 Deutsche Presseagentur