Rente / 03.12.2021

Rentenversicherung sieht sich in guter Verfassung

Bei der Winter-Versammlung ihres Zentral-Parlaments sind die 16 gesetzlichen Rentenversicherer trotz der Pandemie zufrieden.

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Berlin (drv/sth). Trotz der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sieht sich die Deutsche Rentenversicherung (DRV) immer noch in einer guten Verfassung. "Die Rentenversicherung ist bisher gut durch Pandemie gekommen", sagte der DRV-Bundesvorstandsvorsitzende, Alexander Gunkel, am Donnerstag bei der virtuell veranstalteten Winter-Bundesvertreterversammlung. Die Versammlung ist das zentrale Parlament der 16 gesetzlichen Rentenversicherer und tagt zweimal jährlich. Obwohl sich die COVID-19-Pandemie in Rekordzahlen bei der Kurzarbeit, sinkender Beschäftigung und steigender Arbeitslosigkeit niedergeschlagen habe, würden voraussichtlich auch in diesem Jahr "die Beiträge aus beitragspflichtiger Beschäftigung steigen", sagte Gunkel in Richtung der jeweils 30 Vertreter von Arbeitgeber- und Versichertenseite.

Für 2021 seien Einnahmen in Höhe von 341,1 Milliarden Euro und Ausgaben von 341,6 Milliarden Euro zu erwarten, so Gunkel. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen damit voraussichtlich um 0,5 Milliarden Euro. Ende dieses Jahres habe der Finanzpuffer der Rentenversicherung, die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage, voraussichtlich eine Höhe von 37,2 Milliarden Euro – das entspreche 1,55 Monatsausgaben. Die Rücklage liege damit noch immer noch "leicht über dem gesetzlich vorgesehenen Korridor, der von 0,2 bis 1,5 Monatsausgaben reicht", so Gunkel, der in der Selbstverwaltung der Rentenversicherung die Arbeitgeberseite vertritt. 

Ausgleichsbedarf kann 2022 nicht ausgeglichen werden

Obwohl die wahrscheinliche künftige Ampel-Regierung sich schon für 2022 – statt ab 2026 – auf die Wiedereinsetzung des Nachholfaktors in der Rentenanpassungsformel verständigt hat, kann nach Angaben Gunkels der entstandene Bedarf nach einem Ausgleich der unterbliebenen Rentenkürzung in diesem Jahr mit der im kommenden Jahr erwarteten hohen Rentenanpassung "nur teilweise abgebaut werden". Anderenfalls werde die sogenannte Haltelinie für das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent wegen einer statistischen Umstellung bei den Rentenfinanzen unterschritten, betonte der Bundesvorstandsvorsitzende.

Die im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Grünen und FDP genannten Schwerpunktthemen Digitalisierung, Transformation und Nachhaltigkeit zeigen nach Einschätzung Gunkels, "dass es richtig war, in der Rentenversicherung schon seit Jahrzehnten auf elektronische Prozesse gesetzt und wichtige Projekte zur Gestaltung der digitalen Zukunft angeschoben zu haben". Der Rentenexperte der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) nannte beispielhaft die "erfolgreiche Einführung der elektronischen Akte sowie den Ausbau der Onlinedienste", die es schon lange ermöglichten, von zu Hause Anträge zu stellen, Termine zu buchen oder in das eigene Rentenkonto zu blicken. "Wir wollen die Deutsche Rentenversicherung als modernen und digitalen öffentlichen Dienstleister auch künftig weiter ausbauen und einen kundenorientierten Service bieten", so Gunkel. 

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Autor

Stefan Thissen