Soziales / 02.01.2023

So viel bekommen Sie 2023 netto mehr heraus

Fast alle Berufstätigen profitieren 2023 von Steuerentlastungen. Was in Euro und Cent zusätzlich herausspringt.

Hand nimmt Geldscheine aus Geldbörse. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

Ob beim Obsthändler, in der Kneipe oder auf der Gasrechnung – die Preise sind 2022 kräftig gestiegen. Und auch 2023 dürfte die Inflation weiter zulegen. Nun gibt es aber eine gute Nachricht: Im neuen Jahr bleibt für fast alle Berufstätigen teilweise deutlich mehr Netto vom Brutto übrig. Mehrere hundert Euro über gesamte Jahr gerechnet sind für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf jeden Fall drin.

Das Softwarehaus Datev, mit dessen Programmen die Lohn- und Gehaltsabrechnungen von etwa 13 Millionen Arbeitnehmern erstellt werden, hat genau nachgerechnet. Demnach fällt für die meisten Berufstätigen in den verschiedenen Steuerklassen die steuerliche Entlastung diesmal „deutlich höher aus als in den Vorjahren“, teilt der IT-Dienstleister mit. Grundsätzlich gibt‘s dabei wie immer dort am meisten netto mehr, wo die Abzüge aufgrund des Einkommens besonders hoch sind. Im Einzelnen sieht dies so aus:

Enlastung für geringe und mittlere Einkommen – meistens

Gemessen an ihrem Einkommen sind die Entlastungen noch höher als bei Gutverdienern. Der Grund: Gehälter bis zu 2000 Euro brutto fallen nun unter die Midijob-Regelungen. In diesen Fällen sind niedrigere Sozialabgaben zu leisten.

  • Alleinstehende etwa mit nur monatlich 1500 Euro brutto können sich über ein Jahresplus von 510 Euro freuen. Für eine Alleinerziehende mit einem Kind und dem gleichen Gehalt kommen immerhin noch 353 Euro zusätzlich heraus.
  • Bei Arbeitnehmern, die sich mit ihrem Verdienst auf dem Niveau eines Durchschnittsverdieners in der gesetzlichen Rentenversicherung befinden, sind die Steuervorteile etwas größer. Ein Single mit 3500 Euro brutto bekommt 338 Euro mehr heraus. Bei einem verheirateten Ehepaar mit zwei Kinder sind es 355 Euro.
  • Am wenigsten profitieren Beschäftigte, deren Einkommen am oberen Ende der neuen Midijob-Marke liegt. In der Gehaltsklasse von 2000 Euro kommen Singles auf ein Jahresplus von 190 Euro, Alleinerziehende haben 145 Euro mehr zur Verfügung.
  • Aber: Verheiratete mit diesem Bruttogehalt haben eine leicht höhere Last zu tragen. Ihre Abgaben steigen aufgrund der höheren Zusatzbeiträge für die Krankenkasse und die Arbeitslosenversicherung um 60 Euro im Jahr.

Gutverdiener profitieren besonders

  • Arbeitnehmer aus der Gruppe der Singles verzeichnen mit einem Bruttogehalt von 7000 Euro das größte Plus. Ihnen bleiben über das Jahr 995 Euro mehr davon übrig.
  • Bei den Alleinerziehenden sind Berufstätige mit Bruttogehältern von 8000 Euro und mehr die Spitzenreiter: Bei Ihnen springt netto übers Jahr gerechnet 843 Euro zusätzlich heraus.
  • Auch Verheiratete im oberen Gehaltssegment kommen gut weg. In der Einkommensgruppe von 9000 Euro bleiben Kinderlosen 731 Euro, Eltern von zwei Kindern 739 Euro mehr im Jahr.

Datev hat bei den Berechnungen die wichtigsten gesetzlichen Änderungen berücksichtigt. Dazu zählt der höhere Grundfreibetrag, das ist das Einkommen, für das keine Steuern fällig sind. Diesen Freibetrag hat die Bundesregierung von 10.347 auf 10.908 Euro erhöht. Daneben steigt auch der Kinderfreibetrag pro Kind und Elternteil von 2810 auf 3012 Euro.

Negativ macht sich hingegen der höhere Beitrag für die Arbeitslosenversicherung bemerkbar, der von 2,4 auf 2,6 Prozent steigt.

Jährliche Nettoentlastung 2023 alte Bundesländer (West)
Monatsbrutto in Euro Steuerklasse I, Steuerklasse III, Steuerklasse III, Steuerklasse II,
Single verheiratet, 2 Kinder verheiratet, kinderlos  alleinerziehend, 1 Kind
Differenz des Jahresnettoeinkommens zu 2022 in Euro (Negativwerte bedeuten Belastung)
1500 510 353 354 353
2000 190 -60 -60 145
2500 229 159 159 201
3000 279 272 270 244
3500 338 355 353 297
4000 406 388 386 359
4500 485 427 427 432
5000 461 348 341 403
5500 578 408 403 513
6000 706 476 469 635
6500 879 548 541 755
7000 995 626 621 793
7500 812 475 469 671
8000 812 559 551 843
8500 812 645 639 843
9000 812 739 731 843

Brutto-Netto-Rechner Gehalt

Mit den Gehaltsrechnern berechnen Sie Ihren Nettolohn. Finden Sie heraus, was vom Brutto-Gehalt abgezogen wird und wie viel für die Altersvorsorge verbleibt: 

Jährliche Nettoentlastung 2023 neue Bundesländer (Ost)
Monatsbrutto in Euro Steuerklasse I, Steuerklasse III, Steuerklasse III, Steuerklasse II,
Single verheiratet, 2 Kinder verheiratet, kinderlos  alleinerziehend, 1 Kind
Differenz des Jahresnettoeinkommens zu 2022 in Euro (Negativwerte bedeuten Belastung)
1500 520 362 364 362
2000 189 -60 -60 142
2500 228 159 165 200
3000 277 268 266 242
3500 336 355 355 294
4000 403 386 384 356
4500 481 427 423 428
5000 450 339 332 392
5500 567 399 392 503
6000 695 467 458 624
6500 859 539 532 747
7000 789 382 375 576
7500 715 368 360 571
8000 715 452 446 747
8500 715 540 534 747
9000 715 634 628 747

Quelle: DATEV eG

Die Werte wurden für das Bundesland Sachsen und ohne Kirchensteuer ermittelt, um die Vergleichbarkeit zu sichern. Der Arbeitnehmer ist in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Für 2022 wurde mit einem individuellen Zusatzbeitrag von 1,3 % gerechnet, für das Jahr 2023 mit einem individuellen Zusatzbeitrag von 1,6 %.

Außerdem zu beachten: Datev hat für die Steuertabelle mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag für die Krankenkasse von 1,6 Prozent gerechnet. 2022 waren es noch 1,3 Prozent. Auch das führt zu leicht höheren Sozialabgaben. Bei einigen Krankenkassen ist der Zusatzbeitrag höher, bei anderen niedriger. Bei Versicherten dieser Kassen bleibt netto etwas weniger beziehungsweise mehr übrig, verglichen mit den Datev-Werten.

Das Softwarehaus macht in seiner noch vor Weihnachten veröffentlichten Pressemitteilung auch darauf aufmerksam, dass sich „derzeit zusätzliche gesetzliche Änderungen in einem formal noch nicht ganz abgeschlossenen Gesetzgebungsverfahren zum Jahressteuergesetz 2022“ befinden. Diese könnten sich noch im neuen Jahr steuerlich auswirken, sind aber jetzt noch nicht berücksichtigt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass für fast alle Berufstätigen 2023 nach Abzug von Steuern zum Teil deutlich mehr Netto vom Brutto übrigbleibt.

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Autor

Thomas Öchsner