Altersvorsorge / 22.02.2021

Steuererklärung: Das ist neu in 2021

Lesen Sie, welche Fristen Sie 2021 bei der Steuererklärung beachten müssen und was sich bei Freibeträgen und Pauschalen geändert hat.

Steuerklärung: Das ist neu in 2021. – Frau in Jeansbluse mit Steuererklärungs-Formular in der Hand macht Eingaben am Notebook.

Inhalt

Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung läuft grundsätzlich am 31. Juli des Folgejahres ab – aber nur für die, die zur Abgabe verpflichtet sind. Da dies in 2021 ein Samstag ist, verlängert sich die Frist in diesem Jahr auf den 2. August 2021, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Diejenigen, die auf die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins setzen, haben bis Ende Februar 2022 Zeit, ihre Steuererklärung für das Jahr 2020 einzureichen.

Ohne Verpflichtung kann man sich deutlich länger Zeit lassen: Die freiwillige Steuererklärung ist noch bis zu vier Jahre nach Veranlagungsjahr möglich.

ACHTUNG UPDATE vom 7.7.2021: Abgefrist Steuererklärung 2020 erneut verlängert

Fristen für die Steuererklärung 2020

  • zur Steuererklärung verpflichtet, ohne Steuerberater: 2.8.2021
  • zur Steuererklärung verpflichtet, mit Steuerberater: 28.2.2022
  • nicht verpflichtet, freiwillige Abgabe: 31.12.2024

Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen

Wer die Abgabefristen nicht einhalten kann, sollte rechtzeitig vorher beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Denn für verspätet abgegebene Steuererklärungen kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag erheben – und dieser beträgt dann mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat der Verspätung.

Pflicht zur Steuererklärung 2020: Wer ist betroffen?

Da 2020 aufgrund der Pandemie viele Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld bekommen haben, sind auch mehr Beschäftigte verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Denn alle, die mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen bekommen haben, kommen um die Steuererklärung nicht herum. Neben Kurzarbeitergeld zählen auch Eltern- oder Arbeitslosengeld zu den Lohnersatzleistungen.

Auch wer nebeneinander mehrere Arbeitgeber hatte, muss sich mit der Steuererklärung beschäftigen Die Formulare ausfüllen müssen außerdem Ehegatten, wenn beide Arbeitslohn bezogen haben und ein Partner mit der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde oder das Paar das sogenannte Faktorverfahren (Steuerklasse IV/Faktor) gewählt hatte. Verpflichtet zur Abgabe sind außerdem Freiberufler, Selbstständige und Gewerbetreibende.

Entlastung für Steuerzahler: Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag 2020

Der steuerliche Grundfreibetrag ist 2020 von 9.168 Euro auf 9.408 Euro gestiegen. Das bedeutet: Bis zu einem Bruttoeinkommen von 9.408 Euro fallen keine Steuern an.

Zudem ist der Kinderfreibetrag 2020 um 192 Euro gestiegen. Bei gleichbleibendem Betreuungsfreibetrag beträgt er für 2020 exakt 7.812 Euro pro Kind und Jahr (2019: 7.620 Euro).

Wer alleinerziehend ist und mindestens ein Kind bei sich wohnen hat, profitiert 2020 von einem steuerlichen Entlastungsbetrag von 4.008 Euro (zuvor: 1.908 Euro). „Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag, und zwar um jeweils 240 Euro“, erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin.

Neue Homeoffice-Pauschale 2020

Ihren Arbeitsplatz haben viele Menschen wegen der Pandemie nach Hause verlagern müssen. Bei ihrer Steuererklärung für 2020 können sie nun die sogenannte Homeoffice-Pauschale geltend machen. Für jeden Arbeitstag in der häuslichen Wohnung können sie einen Betrag von fünf Euro als Werbungskosten angeben – maximal 600 Euro im Jahr.

Aber die Homeoffice-Pauschale gibt es nicht zusätzlich zum Werbungskostenpauschbetrag. Daher ist sie für jene von Vorteil, die Werbungskosten von über 1.000 Euro haben. Bei Arbeitstagen im Homeoffice entfällt indes die Pendlerpauschale, da es keine Fahrten zur Arbeitsstätte gab.

Bei der Pendlerpauschale bleibt 2020 noch alles beim Alten, sie steigt erst 2021.

 „Eine Homeoffice-Tagespauschale von fünf Euro darf man nur angeben, wenn man an dem Tag ausschließlich von zu Hause aus gearbeitet hat“, stellt BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft klar. Wer an einem Tag zusätzlich in die Firma fährt – etwa um Post abzuholen –, kann die Tagespauschale von fünf Euro nicht geltend machen, wohl aber die Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Firma.

Tipp: Freibetrag anpassen

Die Homeoffice-Pauschale gilt auch für 2021. Ein Tipp von Klocke: Für Beschäftigte, die regulär einen weiten Weg zur Arbeit haben und deswegen einen Freibetrag beim Finanzamt beantragt hatten, nun aber pandemiebedingt von zu Hause aus arbeiten, sollten beim Finanzamt den bisherigen Freibetrag anpassen lassen. „Bei einem zu hohen Freibetrag wird zu wenig Lohnsteuer vom Lohn abgezogen“, warnt Klocke. Im Ergebnis kann es dann bei der Einkommensteuererklärung zu einer Nachzahlung kommen.


Kurzarbeitergeld erhöht den Steuersatz

Wer 2020 Kurzarbeitergeld bekommen hat, zahlt darauf selbst keine Abgaben. Allerdings unterliegt das Kurzarbeitergeld dem Progressionsvorbehalt. Das führt dazu, dass das Kurzarbeitergeld den Steuersatz für die übrigen Einkünfte erhöht. Aber: „Oft wird dies letztendlich mit einer Steuererstattung einhergehen, da für den Arbeitslohn zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde“, sagt Klocke.

In einigen Fällen ist aber auch eine Steuernachzahlung möglich. Etwa dann, wenn der Arbeitnehmer weniger Wochenstunden gearbeitet hat und sein Lohn mit Kurzarbeitergeld aufgestockt wurde. „Hier macht es Sinn, sich Geld für eine Steuernachzahlung beiseite zu legen“, empfiehlt Klocke.

Höhere Pauschalen 2020: für Umzug, Verpflegung und Übernachtungen

Steuerzahler können für 2020 höhere Pauschalen geltend machen, zum Beispiel seit dem 1. März 2020 eine höhere Umzugskostenpauschale. Die Pauschale steigt für Singles auf 820 Euro (zuvor: 811 Euro), für Verheiratete oder Alleinerziehende auf 1.639 Euro (zuvor: 1.622 Euro).

Verpflegungspauschalen bei Dienstreisen

Wer mehr als acht Stunden am Tag dienstlich unterwegs war, kann pro Tag in der Steuererklärung 14 Euro (vorher: 12 Euro) angeben. Bei einer Dienstreise, die an einem Tag mindestens 24 Stunden dauerte, können 28 Euro (vorher: 24 Euro) geltend gemacht werden.

Seit 2020 gibt es zudem eine Übernachtungspauschale für Berufskraftfahrer. Sie können für den An- und Abreisetag sowie für jede Übernachtung im Lkw acht Euro pro Arbeitstag in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. „Wer zum Beispiel zwei Tage unterwegs war, aber nur einmal in seinem Fahrzeug übernachtet hat, kann dafür 16 Euro angeben“, erklärt Bauer.

Energetische Gebäudesanierung steuerlich absetzen

Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen und das Gebäude energetisch sanieren, können seit 2020 für die nächsten zehn Jahre in den Genuss von Steuervorteilen kommen. „Hierfür wird es einen neuen Vordruck für die Steuererklärung geben“, erklärt Rauhöft.

Zur energetischen Gebäudesanierung zählen unter anderem die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken, die Erneuerung von Fenstern und Außentüren oder der Heizungsanlage sowie die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

  • Insgesamt werden 20 Prozent der Aufwendungen mit einem Höchstbetrag von 40.000 Euro von der Steuer abgezogen.
  • In dem Jahr, in dem die Sanierungsmaßnahme beendet wird, und im Folgejahr können Immobilienbesitzer jeweils 7 Prozent der Aufwendungen (maximal 14.000 Euro) geltend machen.
  • Im dritten Jahr sind sechs Prozent (maximal.12.000 Euro) absetzbar.

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 dpa/ihre-vorsorge.de