Rente / 30.09.2021

Vor allem Erwerbsminderungsrenten sind gestiegen

Neue Statistik der Rentenversicherung zeigt: Reformen wirken sich positiv für gesundheitsbedingt vorzeitig aus dem Job geschiedene Rentner aus.

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München (). Die ausgezahlten Renten sind im vergangenen Jahr wieder zum Teil deutlich gestiegen. Dies zeigt die Statistik „Rentenversicherung in Zahlen 2021“, die die Deutsche Rentenversicherung (DRV) gerade veröffentlicht hat. Am stärksten ist das Plus bei den Erwerbsminderungsrenten. Ende 2020 erhielten Rentner und Rentnerinnen mit einer vollen oder teilweisen Erwerbsminderung (EM), die neu in Rente gegangen sind, eine monatliche Rente von durchschnittlich 878 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 896 Euro (neue Bundesländer). Nach Angaben des Sprechers der DRV Bund hat sich damit bei den Neuzugängen die durchschnittliche Höhe der Erwerbsminderungsrenten „seit 2013 um fast 45 Prozent erhöht“. Damals lagen die durchschnittlichen Zahlbeträge bundesweit noch bei 613 Euro.

Der deutliche Anstieg ist nicht nur auf die Rentenerhöhungen in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Neu hingekommene EM-Rentner profitieren auch von den gesetzlichen Verbesserungen. So wurde die sogenannte Zurechnungszeit in den vergangenen Jahren mehrfach verlängert. Dadurch werden Erwerbsgeminderte, die erstmals eine Rente bekommen, nun so gestellt, als hätten sie bis zum Erreichen des regulären Rentenalters mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet. Außerdem wirken sich Einkommensminderungen in den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung nicht mehr rentenmindernd aus. „Die Zahlen machen deutlich, dass die Reformen bei den Erwerbsminderungsrenten gewirkt haben“, sagte der Sprecher der DRV Bund.

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Rentensteigerung auch für Senioren

Bei den Altersrentnern, die 2020 erstmals eine gesetzliche Rente erhielten, ging es ebenfalls aufwärts. Hier betrug der durchschnittliche Zahlbetrag für Männer monatlich 1.182 (neue Bundesländer: 1.123) Euro. Bei den Frauen waren es 774 Euro, in den neuen Bundesländern aber 1.058 Euro, weil in der ehemaligen DDR Frauen häufiger und länger berufstätig und damit auch mehr Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. In die durchschnittliche Altersrente fließen auch sehr geringe Renten ein, die zum Beispiel Menschen erhalten, die nur kurze Zeit gesetzlich rentenversichert waren und dann Beamte geworden sind oder sich selbständig gemacht haben.

Aussagekräftiger sind die Zahlen für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren. Laut der neuen Statistik der Behörde erhielten die Bestandsrentner in dieser Versichertengruppe Ende 2020 durchschnittlich eine Rente von 1.366 Euro (Männer, alte Bundesländer), bei den Frauen waren es 814 Euro. Bei langjährig versicherten Rentnern aus den neuen Bundesländern belief sich der Auszahlbetrag bei den Frauen auf 992 Euro – bei den Männern auf 1.281 Euro. Verglichen mit 2019 beläuft sich das Plus je nach ausgewählter Gruppe auf 35 bis 44 Euro.

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Autor

Thomas Öchsner