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Mit Abschlägen früher in Rente

Ältere sollen länger arbeiten, der Vorruhestand für Arbeitslose ("58-er-Regelung") und die vorzeitigen Altersruhegelder sind daher Auslaufmodelle. Allerdings: Die meisten Versicherten können nach wie vor schon vor dem 65. Geburtstag in Rente gehen

In welchem Alter kann man heute noch vorzeitig in Rente gehen?

Arbeitslose, Arbeitnehmer die zuletzt in Altersteilzeit waren, Schwerbehinderte, Frauen oder langjährig Versicherte können auch schon vor ihrem 65. Geburtstag ein vorgezogenes Altersruhegeld beziehen - allerdings mit Abschlägen. Dahinter steckt die Überlegung: Wer früher in den Ruhestand wechselt, bekommt länger Rente. Ausgleich dafür ist der Abschlag. Der beträgt 0,3 Prozent für jeden Monat vorzeitigen Rentenbezugs - und zwar lebenslang.

Welche Regelungen gelten für Arbeitslose und Altersteilzeitler?

Das vorgezogene Altersruhegeld nach Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit gibt es noch bis Ende 2011. Diese Rente können nach wie vor diejenigen beanspruchen, die 24 Monate in Altersteilzeit oder innerhalb der letzten 18 Monate vor Rentenantritt mindestens 52 Wochen - auch mit Unterbrechungen - arbeitslos waren. Allerdings verschieben sich seit Anfang 2006 die maßgeblichen Altersgrenzen. Wer im Dezember 1948 oder später geboren ist, kann diese Rente nur noch ab 63 bekommen - mit einem Rentenabschlag in Höhe von 7,2 Prozent.

Nur in wenigen Ausnahmefällen gibt es die "Arbeitslosen-Rente" noch mit 60. Das gilt nur für diejenigen, die vor 1952 geboren sind, wenn Sie eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie waren bereits am 1. Januar 2004 arbeitslos oder
  • Sie haben vor 2004 mit ihrem Arbeitgeber eine Altersteilzeitvereinbarung abgeschlossen oder
  • Ihr Arbeitsverhältnis wurde vor dem 1. Januar 2004 gekündigt oder per Vereinbarung beendet.

Die genannten Gruppen genießen Vertrauensschutz. Das heißt: Wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (Mindestversicherungszeit von 15 Jahren, innerhalb der letzten 10 Jahre vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre mit Pflichtbeiträgen belegt) können diese Arbeitnehmer weiterhin ab 60 Jahren Rente beziehen - allerdings mit bis zu 18 Prozent Abschlag, und zwar lebenslang. Dieser Abschlag gilt auch für eine sich anschließende Hinterbliebenenrente.

Welche Regeln gelten für Frauen?

Weibliche Versicherte, die vor 1952 geboren sind, können noch mit 60 Jahren die vorgezogene Altersrente für Frauen beziehen - aber nur noch mit Abschlag. Das gilt auch für arbeitslose Frauen. Alle Geburtsjahrgänge von 1945 bis 1951 müssen einen Abschlag vom 18 Prozent hinnehmen, wenn sie diese Rente schon mit 60 in Anspruch nehmen. Für Jahrgänge ab 1952 gibt es diese Rentenart nicht mehr.
Um die Altersrente für Frauen zu bekommen, müssen die Betroffenen nach ihrem 40. Geburtstag mehr als zehn Jahre mit Pflichtbeitragszeiten sowie insgesamt mindestens 15 Versicherungsjahre vorweisen. Dazu gehören auch Zeiten, in denen Kinder erzogen, Pflegebedürftige betreut oder Sozialleistungen bezogen wurden.

Was gilt für Schwerbehinderte?

Die Altersrente für Schwerbehinderte gibt es bis Ende 2011 weiter mit 60 Jahren. Die Betroffenen müssen eine Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren und einen anerkannten Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 vorweisen. Für vor 1951 Geborene reicht es auch, wenn sie berufs- oder erwerbsunfähig nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht waren. Ohne Abschlag gibt es dieses Altersruhegeld in der Regel heute nur noch für schwerbehinderte Menschen, die mindestens 63 sind. Wer früher in Rente geht, muss bei einem Renteneintritt mit 60 einen lebenslangen Abschlag von 10,8 Prozent hinnehmen.

Für diejenigen, die bis zum 16. November 1950 geboren sind und schon am 16. November 2000 schwerbehindert oder (nach damaligem Recht) berufs- oder erwerbsunfähig waren, gilt eine Ausnahmeregelung: Aus Gründen des Vertrauensschutzes können die Betroffenen weiter ab 60 abschlagfrei in Rente gehen.

Für die Jahrgänge ab 1952 wird die Altersgrenze für eine abschlagfreie Altersrente für Schwerbehinderte stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Wer 1964 oder später geboren ist, kann diese Rente erst mit 65 ohne Abschlag bekommen. Parallel hierzu wird die Altersgrenze für die frühestmögliche vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente von 60 auf 62 Jahre heraufgesetzt. Damit bleibt es bei einem maximalen Abschlag in Höhe von 10,8 Prozent bei der frühestmöglichen Inanspruchnahme.

Was gilt für langjährig Versicherte?

Wer auf mindestens 35 Versicherungsjahre kommt, kann diese Rente bereits mit 63 Jahren beantragen, muss allerdings Abschläge in Kauf nehmen. Bis Ende 2011 gibt es bei einem Renteneintritt mit 63 Abschläge von bis zu 7,2 Prozent. Ab 2012 steigen - mit der schrittweisen Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre - Schritt für Schritt auch die Rentenabschläge für diese Rentenart. Wer zum Beispiel 1958 geboren wurde, kann regulär erst mit 66 in Altersrente gehen. Bei einem vorzeitigen Altersruhestand mit 63 werden für ihn Rentenabschläge für insgesamt drei Jahre (36 Monate) fällig. Die Rente wird damit in diesem Fall um 10,8 (0,3 mal 36) Prozent gekürzt. Wichtig: Die Abschläge gelten lebenslang.

Günstigere Regelungen wird es ab 2012 für Versicherte mit besonders langen Versicherungszeiten geben. Nach 45 Pflichtbeitragsjahren soll es dann die Möglichkeit geben, abschlagsfrei mit 65 in Rente zu gehen.

Was gilt, wenn verschiedene Rentenarten in Frage kommen?

Für eine 63-jährige arbeitslose Frau, die schwerbehindert ist, kommen unter Umständen alle vier vorzeitigen Altersruhegelder in Frage. Unterschiede gibt es dabei vor allem bei der Höhe der Abschläge. In diesem Fall sollte man sich bei der Rentenversicherung beraten lassen und die günstigste Rente beantragen.

Flexible Entscheidung

Niemand muss sich mit 60 endgültig für oder gegen einen vorzeitigen Einstieg in die Rente entscheiden. Wer die Anspruchsvoraussetzungen für eine der vorzeitigen Altersrenten erfüllt, kann jederzeit, also auch erst mit 61 oder 64 Jahren, zu jedem gewünschten Termin in Rente gehen. Zuvor sollte man sich aber gründlich über die Vor- und Nachteile informieren. Für Bezieher von Arbeitslosengeld 1 gilt beispielsweise: Möglicherweise ist die Leistung der Arbeitsagentur, die man bei einem Verzicht auf den Rentenantrag häufig weiterbeziehen könnte, sogar höher als die zu erwartende Rente. Zudem erhöht die Arbeitslosenzeit die Rente, während gleichzeitig bei einem späteren vorzeitigen Renteneintritt die Abschläge sinken. In jedem Fall sollte man deshalb vor dem Antrag auf eine vorgezogene Altersrente eine verbindliche schriftliche Rentenauskunft beim gesetzlichen Rentenversicherungsträger über die zu erwartende Rentenhöhe einholen.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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