Soziales / 11.06.2021

100-Euro-Kinderbonus kommt im August

Die Leistung aus dem „Corona-Aufholpaket“ soll bedürftigen Famlien helfen. Sozialverbände sehen das kritisch.

100-Euro-Kinderbonus kommt im August. – Junge im Grundschulalter steht in einem Fußballtor.

Berlin (dpa). Familien mit geringem Einkommen bekommen ab August eine Extra-Zahlung von 100 Euro pro Kind vom Staat. Im Bundestag soll an diesem Freitag die Auszahlung eines entsprechenden „Freizeitbonus“ beschlossen werden. Die Leistung ist Teil des sogenannten Corona- Aufholprogramms, mit dem Bund und Länder die Langzeitfolgen der Corona-Einschränkungen im Bildungs- und Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche abmildern wollen. Das Aufholprogramm umfasst zwei Milliarden Euro. Gefördert werden darüber auch Nachhilfeunterricht, Schulsozialarbeit, Ferienfreizeiten oder mehr Stellen im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Kinder sollen Freizeitangebote nutzen können

„Mit dem Kinderfreizeitbonus möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass alle Kinder nach den Corona-Strapazen einen unbeschwerten Sommer genießen können“, sagte Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Er komme Kindern und Jugendlichen zugute, deren Familien wenig finanziellen Spielraum hätten und deswegen durch die Pandemie besonders belastet seien. „Mit den 100 Euro soll jedes dieser Kinder Freizeitangebote wahrnehmen können und Versäumtes nachholen. Das Geld kann für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden – je nach Lust und Laune.“

Kein gesonderter Antrag nötig

Die Zahlung geht an Familien, die auf Hartz 4 angewiesen sind, Anspruch auf Wohngeld oder den Kinderzuschlag haben oder Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Im Gesetzentwurf wird von rund 2,7 Millionen Kindern ausgegangen. Ausgezahlt werden sollen die 100 Euro laut Familienministerium „ab August“. Die meisten Familien müssen dafür keinen gesonderten Antrag stellen.

Sozialverbände kritisieren Bonus als „viel zu niedrig“

Kritik kommt von Sozialverbänden. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, sagte der dpa, der Bonus sei viel zu niedrig bemessen, um auch nur die in der Pandemie weggefallenen Leistungen für Kinder in der Grundsicherung auszugleichen. „An Stelle einer Stückwerkpolitik aus unzureichenden Einzelmaßnahmen ist es höchste Zeit für eine echte Teilhabeoffensive für Kinder.“

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, sagte, er begrüße den Bonus grundsätzlich. „Dennoch halten wir an unserer Forderung nach 100 Euro pro Monat und Kopf für Armutsbetroffene während der Pandemie fest! Mit einer Einmalzahlung ist es nicht getan.“

Autor

 Deutsche Presseagentur