Rente / 28.11.2018

18,7 Prozent der Minijobber zahlen Eigenbeiträge

Knapp ein Fünftel der 6,7 Millionen Beschäftigten in gewerblichen 450-Euro-Jobs sicherte sich im September das volle Renten-Leistungspaket.

Bochum (sth). Rund 1,25 Millionen Minijobber im gewerblichen Bereich haben sich im dritten Quartal dieses Jahres für eine Versicherungspflicht ihrer Arbeit entschieden. Das waren knapp 18,7 Prozent aller Beschäftigten mit einem 450-Euro-Job und etwa 1,3 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Das ergibt sich aus der jetzt veröffentlichten Vierteljahresstatistik der Minijob-Zentrale für die Monate Juli bis September. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatten sich rund 18,3 Prozent der Arbeitnehmer in Minijobs dafür entschieden, neben dem Arbeitgeber eigene Beiträge an die Rentenversicherung zu zahlen (siehe auch Link unten).

Auch bei den Minijobbern in Privathaushalten hat sich der Anteil der Beschäftigten mit Renten-Pflichtversicherung seit der Reform von 2013 auf deutlich höherem Niveau als zuvor stabilisiert. Seither sind Minijobs generell rentenversicherungspflichtig, nur auf Antrag beim Arbeitgeber kann man sich davon befreien lassen. Im September dieses Jahres stockten knapp 13,7 Prozent (etwa 41.500) der rund 304.000 Haushaltshilfen den Rentenbeitrag ihres Auftraggebers auf – etwa vier Prozent weniger als im Vorquartal. Dies könnte daran liegen, dass Minijobber hier einen deutlich höheren Eigenbeitrag leisten müssen. Während 450-Euro-Kräfte im gewerblichen Bereich nur 3,6 Prozent ihres Verdiensts aus eigener Tasche zahlen, sind es für Minijobber in Privathaushalten 13,6 Prozent.

Beide Gruppen profitieren durch die Versicherungspflicht von diesen Vorteilen:

  • Bei medizinisch festgestelltem Bedarf haben Pflichtversicherte Anspruch auf eine medizinische oder berufliche Reha-Leistung,
  • bei einer chronischen Krankheit oder nach einem Unfall, der eine Erwerbstätigkeit unmöglich macht, hat man Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente,
  • der Anspruch auf eine Altersrente fällt etwas höher aus,
  • wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, hat Anspruch auf die staatliche Förderung;
  • "Aufstocker" haben einen Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, einen Teil des Verdiensts für eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln, und zudem
  • Anspruch auf Übergangsgeld bei einer länger dauernden stationären Reha-Maßnahme oder nach Ende der gesetzlichen Lohnfortzahlung.

Mehr zum Thema:

www.minijob-zentrale.de

Link zur Statistik der Minijob-Zentrale für das dritte Quartal 2018

https://blog.minijob-zentrale.de

Link zu weiteren Informationen der Minijob-Zentrale über die Vorteile der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung

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Autor

Stefan Thissen