Rente / 11.08.2020

20 Prozent der Minijobber zahlen Rentenbeiträge

1,18 Millionen gewerbliche Minijobber und knapp 40.000 in Privathaushalten erwarben im 2. Quartal 2020 volle Ansprüche auf Renten-Leistungen.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt ein Reinigungsmittel, einen Wischmop und einen Eimer auf einem Holzfußboden.

Essen/Bochum (sth). Trotz einer insgesamt leicht gesunkenen Zahl ist der Anteil der gewerblichen Minijobber, die eigene Beiträge an die Rentenversicherung zahlen, von Ende März bis Ende Juni auf fast 20 Prozent gestiegen. Das waren knapp 0,5 Prozentpunkte mehr als im ersten Vierteljahr 2020, wie aus dem am Montag von der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) veröffentlichten neuen Quartalsbericht der Minijob-Zentrale hervorgeht. Demnach ließen im Juni knapp 1,18 Millionen 450-Euro-Jobber im gewerblichen Bereich Rentenbeiträge von ihrem Lohn abziehen, um Anspruch auf alle Leistungen der Rentenversicherung zu erwerben. Dazu kamen mehr als 39.000 Minijobber in Privathaushalten. 

Seit 2013 sind alle neuen Beschäftigten in Minijobs generell rentenversicherungspflichtig. Durch Widerspruch gegenüber ihrem Arbeitgeber können sie aber auf die Versicherungspflicht und die damit verbundenen Zusatzleistungen der Rentenversicherung verzichten. Nach Ansicht von Fachleuten ist dies aber keine gute Idee. Denn als Versicherungspflichtige erwerben Minijobber neben einer geringfügig höheren Altersrente bei Bedarf – und nach entsprechender Versicherungszeit – einen Anspruch auf eine Reha-Leistung, im Notfall sogar auf eine Erwerbsminderungsrente und auf die staatliche Förderung eines Riester-Vertrags. 

Rückgang auch bei rentenpflichtigen Minijobbern in Privathaushalten

Bei den Minijobbern in Privathaushalten blieb die Quote der rentenversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge mit 13,25 Prozent nahezu konstant. Ihre Zahl reduzierte sich von 40.915 im Juni 2019 auf 39.132 Ende Juni dieses Jahres. Insgesamt flossen aus gewerblichen Minijobs und denen in Privathaushalten – offenbar aufgrund der Corona-Krise – im zweiten Quartal nur noch rund 820 Millionen Euro Beiträge an die Rentenversicherung. Das waren laut Minijob-Zentrale knapp 173 Millionen Euro oder 17,4 Prozent weniger als im ersten Vierteljahr.

Der aktuelle Quartalsbericht der Minijob-Zentrale fast auf 16 Seiten die kurz- und mittelfristigen Entwicklungen bei den Minijobs zusammen – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, Bundesländern, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter der Minijobber. Zudem zeigt er, wie sich das Zahlenverhältnis zwischen rentenversicherungspflichtigen und allen 450-Euro-Jobbern entwickelt. Seit mehreren Jahren liegt der Anteil der Minijobber, die eigene Beiträge an die Rentenversicherung zahlen, bei knapp einem Fünftel.

Mehr zum Thema:

www.minijob-zentrale.de

Link zum aktuellen Quartalsbericht der Minijob-Zentrale (pdf)

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Autor

Stefan Thissen