Rente / 29.01.2019

251.000 neue Anträge auf Rente ab 63

Auch 2018 blieb die abschlagsfreie Rente für Versicherte mit 45 Beitragsjahren sehr beliebt – aber das Renteneintrittsalter steigt.

Älteres Ehepaar sitzt im Wartezimmer eines Amtes – Bild: f1online.de © Javier Larrea

Berlin (dpa/sth). Die sogenannte Rente ab 63 erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. 2018 wurden rund 251.000 neue Anträge gestellt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Deutsche Rentenversicherung. Das seien nur etwas weniger als im Rekordjahr 2017, als knapp 254.000 Anträge eingegangen seien. Seit Inkrafttreten der Neuregelung im Juli 2014 verzeichnete die Rentenversicherung nach eigenen Angaben damit fast 1,2 Millionen Anträge.

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat und dem Geburtsjahrgang 1956 angehört (der in diesem Jahr 63 Jahre alt wird), kann mit 63 Jahren und acht Monaten abschlagsfrei in Rente gehen. Die Altersgrenze für diese Altersrente lag bei ihrer Neuregelung für die Jahrgänge 1951 und 1952 bei 63 Jahren (daher der Begriff "Rente mit 63"). Ab dem Geburtsjahrgang 1953 wurde die Grenze aber pro Jahr wieder um zwei Monate angehoben, sodass die Jahrgänge ab 1964 – wie schon bis Juni 2014 – erst mit 65 nach 45 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen können. Phasen von Arbeitslosigkeit (mit Bezug von Arbeitslosengeld, aber nicht von Hartz IV) werden angerechnet, ebenso Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Nicht berücksichtigt werden Zeiten wegen Schul- oder Hochschulbesuchs.

Die Wirtschaft kritisiert, dass dem Arbeitsmarkt durch die Regelung dringend benötigte Facharbeiter entzogen werden. "Es ist eine der Irrationalitäten der derzeitigen Politik: Wir müssen ausländische Fachkräfte anwerben, um dem demografischen Wandel zu begegnen und gleichzeitig frühverrenten wir inländische Fachkräfte abschlagsfrei", sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der Zeitung. Die Rente ab 63 entwickele sich zunehmend zu einer "Wachstumsbremse".

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Link zu aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung zu den Anträgen auf Rente 2018

Autor

 Deutsche Presseagentur