Rente / 09.01.2019

40 Prozent arbeiten bis zur Altersrente

Anteil der vor dem Rentenbeginn versicherungspflichtig Beschäftigten hat sich seit Beginn des Jahrzehnts verdoppelt.

Mann schleift Gestell eines Holztisches ab. – Bildnachweis: gettyimages.de © PeopleImages

Bad Homburg (sth). Der seit Ende des vergangenen Jahrzehnts anhaltende Beschäftigungszuwachs auf dem Arbeitsmarkt macht sich auch bei älteren Arbeitnehmern immer positiver bemerkbar. Mehr als 302.000 der knapp 759.000 Frauen und Männer, die 2017 in die Altersrente gingen, waren nach jüngsten Daten der Deutschen Rentenversicherung bis unmittelbar vor Beginn ihres Ruhestands versicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Alter von 39,8 Prozent aller Neurentner. Im Jahr 2016 waren knapp 36 Prozent der Beschäftigten bis zum Rentenstart berufstätig, 2009 nur 19,3 Prozent.

Die Zahl der bis zur Rente versicherungspflichtig Beschäftigten kletterte laut Rentenversicherung innerhalb des vergangenen Jahrzehnts von etwa 121.500 um das Zweieinhalbfache; im Jahr 2017 überstieg sie erstmals die Marke von 300.000. Besonders stark wuchs die Zahl der rentennahen Arbeitnehmer den Statistikern zufolge ab 2012: In den folgenden fünf Jahren registrierten sie eine Verdoppelung. In diesen Zahlen nicht enthalten sind die knapp 53.000 Neurentner des Jahres 2017, die Ende 2016 noch in einem Altersteilzeitverhältnis gestanden hatten: Sie werden von der Rentenversicherung separat erfasst. Ihr Anteil an den Neurentnern lag demnach bei 6,9 Prozent. 

Anteil der bis zur Rente Beschäftigten wohl auch 2017 gewachsen

Jüngste Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) lassen erwarten, dass der Anteil der bis zur Rente Beschäftigten auch 2017 weiter gewachsen ist. Zwischen Dezember 2016 und Dezember 2017 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 60 bis unter 65 Jahren demnach um 170.000 auf knapp 2,2 Millionen. Und auch in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zählte die BA Ende 2017 erneut über 41.000 Versicherte mehr als im Vorjahr (insgesamt knapp 308.000).

Angesichts dieser Entwicklung verwundert es nicht, dass die Bundesregierung in ihrem jüngsten 4-Jahres-Bericht zur Anhebung der Altersgrenze feststellt: "Im Ergebnis hält die Bundesregierung die im Jahr 2007 beschlossene Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre weiterhin für notwendig und für vertretbar."

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Autor

Stefan Thissen