Rente / 05.02.2021

43 Prozent der Beschäftigten arbeiten bis zum Rentenbeginn

Der Anteil der bis unmittelbar vor der Rente versicherungspflichtigen ArbeitnehmerInnen hat sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Bild zum Beitrag "43 Prozent der Beschäftigten arbeiten bis zur Altersrente". Das Bild zeigt einen lächelnden Mann mittleren Alters im Büro vor dem Computer.

Bad Homburg (sth). Der bis zum Frühjahr 2020 anhaltende Beschäftigungszuwachs auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch bei älteren Arbeitnehmern positiv bemerkbar gemacht. Über 351.000 der mehr als 816.000 Frauen und Männer, die 2019 in die Altersrente gingen, waren nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung bis zum Beginn ihres Ruhestands versicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 43 Prozent aller neuen Altersrentenempfänger. Im Jahr 2018 waren knapp 42 Prozent der Beschäftigten bis zum Rentenstart berufstätig, 2009 noch 19,3 Prozent.

Die Zahl der bis zur Rente versicherungspflichtig Beschäftigten kletterte demnach innerhalb von zehn Jahren – zwischen 2009 und 2019 – von knapp 135.000 um das 2,6-fache; erst im Jahr 2017 hatte sie erstmals die Marke von 300.000 überstiegen. Besonders stark wuchs die Zahl der vor dem Ruhestand arbeitenden Arbeitnehmer ab 2013: In den folgenden sechs Jahren registrierten die Rentenversicherungs-Statistiker mehr als eine Verdoppelung. In diesen Zahlen nicht enthalten sind die knapp 55.000 Neurentner des Jahres 2019, die Ende 2018 noch in einem Altersteilzeitverhältnis gestanden hatten: Sie werden von der Rentenversicherung separat erfasst. Ihr Anteil an den Neurentnern lag demnach bei 6,7 Prozent. 

40 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen bis zur Rente „stabil“ beschäftigt

Auch nach Geschlechtern getrennt unterscheidet sich die Situation der Beschäftigten vor Rentenbeginn kaum: 44,5 Prozent der männlichen Neurentner des Jahres 2019 arbeiteten nach Angaben der Rentenversicherung bis zur ersten Rentenzahlung, bei den Frauen waren es knapp 42 Prozent. Allerdings bedeutet dies laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen nicht, dass alle vor Rentenbeginn aktiven Arbeitnehmer auch in einer „stabilen“ Beschäftigung arbeiteten – also in den letzten Jahren vor Renteneintritt durchgehend beschäftigt waren. Während dies für Männer laut IAQ im Jahr 2017 auf 40 Prozent der Neurentner zutraf, waren es bei den Frauen nur 30 Prozent.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts vom März vergangenen Jahres – das sich wiederum auf Daten der BA beruft – lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 60 bis unter 65 Jahren trotz der Corona-Pandemie bei 2,6 Millionen. Das waren etwa 280.000 mehr als im September 2018. Auch in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zählten die Statistiker im Juni 2020 erneut etwa 50.000 ArbeitnehmerInnen mehr als 21 Monate zuvor – insgesamt rund 390.000.

Mehr zum Thema:

www.iaq.uni-due.de

Altersübergangsreport 2/2019 des IAQ an der Universität Duisburg-Essen (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen