Rente / 09.08.2018

450 Euro-Grenze für Minijobs bleibt

BMAS: Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte soll nicht erhöht werden. Arbeitgeber fordern Koppelung an steigenden Mindestlohn.

Berlin (dpa/sth). Für Minijobs soll es trotz des steigenden Mindestlohns bei der Einkommensgrenze von 450 Euro im Monat bleiben. Eine weitere Anhebung sei derzeit nicht vorgesehen und auch nicht Gegenstand des Koalitionsvertrags, teilte das Bundesarbeitsministerium (BMAS) am Mittwoch in Berlin mit. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dringt indes auf eine Erhöhung, wie Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der "Bild"-Zeitung sagte. Die Grenze verschärfe die ohnehin bestehende Personalknappheit im Gastgewerbe. Sie solle daher an die Lohnentwicklung gekoppelt werden und jährlich automatisch mitwachsen.

Ähnlich hatte sich vor einigen Wochen Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) geäußert. Wenn es bei der bisherigen Lohnobergrenze von 450 Euro bleibe, hätte die Anhebung des Mindestlohns negative Folgen, hatte Pschierer argumentiert. Minijobber würden nicht mehr verdienen, sondern müssten weniger arbeiten, was wiederum negative Folgen für die Arbeitgeber habe. "Logische und sinnvolle Konsequenz muss es deshalb sein, die Verdienstobergrenze regelmäßig an die Erhöhung des Mindestlohns anzupassen", sagte Pschierer.

In Deutschland gibt es laut Bundesarbeitsagentur rund 7,5 Millionen Minijobber. Der Mindestlohn soll Anfang 2019 von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro steigen und Anfang 2020 nochmals auf 9,35 Euro. Das führt dazu, dass Minijobber immer kürzer arbeiten können, bis die Verdienstgrenze erreicht ist. Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums sagte, von Beginn an sei die Maßgabe gewesen, eine Ausweitung der Minijobs zu begrenzen. Denn Ziel sei, möglichst viele Menschen in volle sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen, auch im Hinblick auf die Altersabsicherung. Zuletzt war die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte 2013 von 400 auf 450 Euro erhöht worden.

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 Deutsche Presseagentur