Rente / 31.07.2019

527.000 Pflegende mit Rentenanspruch

2017 erhöhten mehr als eine halbe Million Angehörige von Pflegebedürftigen ihre spätere Rente durch Pflege – 75 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Bild zum Beitrag "Deutlich mehr Pflegende mit Rentenanspruch". Das Bild zeigt zwei Frauen, von denen die Jüngere der Älteren die Wange streichelt.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Zahl der Menschen, die einen Angehörigen oder Nachbarn in häuslicher Umgebung pflegen, ist im Jahr 2017 deutlich gestiegen. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung bekamen im vorvergangenen Jahr mehr als 527.000 sogenannte Pflegepersonen von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen Rentenbeiträge gezahlt. Das waren etwa 225.000 oder fast 75 Prozent mehr Pflegende als im Jahr zuvor. Ein Jahr Pflege erhöht die monatliche Rente – je nach Pflegegrad des Gepflegten – derzeit zwischen etwa 6,00 Euro und knapp 32 Euro im Westen sowie um etwa 5,80 Euro bis zu rund 30,60 Euro im Osten.

Grund für den erheblichen Anstieg dürfte die Neuordnung der Leistungen durch das Anfang 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz sein. Seither sind Pflegepersonen in der Rentenversicherung bereits pflichtversichert, wenn sie einen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 wöchentlich mindestens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen in dessen Wohnung pflegen. Zuvor musste die Pflege an mindestens 14 Stunden wöchentlich geleistet werden.

Auch die Rentenversicherung profitierte von dem häuslichen Pflegeboom. Sie bekam 2017 nach eigenen Angaben von den Pflegekassen etwa 1,5 Milliarden Euro an Beiträgen für die Pflegenden überwiesen – im Jahr 2016 waren es noch rund eine Milliarde Euro. "Es fließen nun erheblich mehr Beiträge aus der Pflegeversicherung in die gesetzliche Rentenversicherung und verbessern damit die Absicherung der Pflegenden", so die Rentenversicherung.

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Autor

Stefan Thissen