Rente / 22.05.2020

673.000 Menschen bekommen Rente für Pflege

Im Jahr 2018 erhöhten erneut deutlich mehr Angehörige von Pflegebedürftigen als im Vorjahr ihren Rentenanspruch durch Pflege.

Bild zum Beitrag "Erneut mehr Pflegende mit Rentenanspruch". Das Bild zeigt zwei Frauen, von denen die Jüngere der Älteren die Wange streichelt.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Zahl der Menschen, die einen Angehörigen oder Nachbarn in häuslicher Umgebung pflegen, ist im Jahr 2018 erneut deutlich gestiegen. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung, die www.ihre-vorsorge.de vorliegen, bekamen im vorvergangenen Jahr mehr als 673.000 sogenannte Pflegepersonen von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen Rentenbeiträge gezahlt. Das waren rund 146.000 oder über ein Viertel mehr Pflegende als im Jahr zuvor. Ein Jahr Pflege erhöht die monatliche Rente – je nach Pflegegrad des Gepflegten – derzeit zwischen knapp 6,00 Euro und gut 31 Euro im Westen sowie um etwa 5,70 Euro bis zu rund 30 Euro im Osten.

Grund für den erheblichen Anstieg der Zahl der Pflegenden mit zusätzlichem Rentenanspruch dürfte die Neuordnung der Leistungen durch das Anfang 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz sein. Seither sind Pflegepersonen in der Rentenversicherung bereits pflichtversichert, wenn sie einen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 wöchentlich mindestens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen in dessen Wohnung pflegen. Zuvor musste die Pflege an mindestens 14 Stunden wöchentlich geleistet werden.

Auch die Rentenversicherung profitierte von dem häuslichen Pflegeboom. Sie bekam 2018 nach eigenen Angaben von den Pflegekassen etwa 2,2 Milliarden Euro an Beiträgen für die Pflegenden überwiesen – im Jahr 2017 waren es noch rund 1,5 Milliarden. "Es fließen nun erheblich mehr Beiträge aus der Pflegeversicherung in die gesetzliche Rentenversicherung und verbessern damit die Absicherung der Pflegenden", so die Rentenversicherung.

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Autor

Stefan Thissen