Rente / 05.08.2020

673.000 Versicherte erhielten 2018 Rente für Pflege

Im vorvergangenen Jahr erhöhten erneut deutlich mehr Angehörige von Pflegebedürftigen als 2017 ihren Rentenanspruch durch Pflege.

Bild zum Beitrag "673.000 Versicherte erhielten 2018 Rente für Pflege". Das Bild zeigt eine Frau, die einer Seniorin zuspricht.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Zahl der Menschen, die einen Angehörigen oder Nachbarn in häuslicher Umgebung rentenversicherungspflichtig pflegen, ist im Jahr 2018 erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bekamen im vorvergangenen Jahr mehr als 673.000 sogenannte Pflegepersonen von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen Rentenbeiträge gezahlt. Das waren rund 146.000 oder über ein Viertel mehr Pflegende als im Jahr zuvor. 

Grund für den erheblichen Anstieg der Zahl der Pflegenden mit zusätzlichem Rentenanspruch dürfte die Neuordnung der Leistungen durch das Anfang 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz sein. Seither sind Pflegepersonen in der Rentenversicherung bereits pflichtversichert, wenn sie einen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 wöchentlich mindestens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen in dessen Wohnung pflegen. Zuvor musste die Pflege an mindestens 14 Stunden wöchentlich geleistet werden.

Ein Jahr Pflege erhöht die Rente – je nach Pflegegrad des Gepflegten – monatlich derzeit zwischen gut sechs Euro und mehr als 32 Euro im Westen sowie um knapp sechs Euro bis zu rund 31 Euro im Osten. Auch die Rentenversicherung profitierte von dem häuslichen Pflegeboom. Sie bekam 2018 nach eigenen Angaben von den Pflegekassen etwa 2,2 Milliarden Euro an Beiträgen für die Pflegenden überwiesen – im Jahr 2017 waren es noch rund 1,5 Milliarden. 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Broschüre der Deutschen Rentenversicherung zum Rentenanspruch von häuslich pflegenden Menschen

www.rnd.de

Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland zur finanziellen Situation von Pflegeheimbewohnern 

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Autor

Stefan Thissen