Finanzen / 23.07.2019

70 Milliarden Euro mehr für Pensionen

Der Bund muss für Pensionen und Beihilfe für seine Beamten knapp 758 Milliarden Euro zurückstellen

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Berlin (kma). Die öffentlichen Kassen müssen für Beamtenpensionen und Beihilfe immer höhere Summen zurückstellen. Allein die Rückstellungen des Bundes belaufen sich zum Stichtag 31.Dezember 2018 auf 757,76 Milliarden Euro. Das sind fast 70 Milliarden mehr als im Vorjahr. Das geht aus der aktuellen Vermögensrechnung hervor, die das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite veröffentlicht hat und über den die FAZ zuerst berichtete. 567,01 Milliarden Euro entfallen demnach auf Pensionszahlungen, 190,75 Milliarden auf die Beihilfe. Verantwortlich für den Anstieg seien unter anderem steigende Gesundheitskosten oder demografische Aspekte.

Pensionen zahlt der Bund für einen vergleichsweise kleinen Teil der Beamtinnen und Beamten, darunter Richter, Beamte in den Ministerien, Beamte der Deutschen Bahn und der Postnachfolgeunternehmen. Die Rückstellungen der Länder, die in der Regel für deutlich mehr Beamtinnen und Beamte wie Lehrer und Polizisten verantwortlich sind, dürften daher entsprechend höher ausfallen.

Lohnsteigerungen von 3,1 Prozent angenommen

Ermittelt wurden die Pensionsrückstellungen durch das Statistische Bundesamt. Sie berücksichtigen zum einen die zukünftigen Pensionszahlungen an die zum Stichtag aktiven Beamtinnen und Beamten ab den Zeitpunkt, an dem sie voraussichtlich in den Ruhestand gehen. Außerdem fließen die aktuellen Versorgungsempfänger in die Berechnung mit ein.

Für die Berechnung der künftigen Pensionen spielt auch die Entwicklung der Löhne eine Rolle. Die Annahmen der Experten basieren dabei auf dem Rentenversicherungsbericht 2018. Darin werden jährliche Lohnsteigerungen von 3,1 Prozent für 2019 und 2020 sowie 3,0 Prozent in den Folgejahren erwartet. Bei den Gesundheitskosten hat das Finanzministerium eine jährliche Steigerung von 2,78 Prozent zugrunde gelegt.

Weniger Beamte

Insgesamt ist die Zahl der Bundesbeamten im Vergleich zum Vorjahr um 6.500 Personen (-2,2 Prozent) gesunken, weil freigewordene Stellen bei der Bahn und den Postnachfolgeunternehmen nicht mit Beamten nachbesetzt wurden. Dafür gibt es jetzt 2.200 Richterinnen und Richter und 600 Soldatinnen und Soldaten mehr.

Während die Zahl der Versorgungsempfänger bei der Bahn um 4.200 Personen und bei der Post um 1.000 Personen gesunken ist, stieg sie in der Kernverwaltung um 2.500 Personen an.

Weitere Informationen

www.bundesfinanzministerium.de
Bericht Vermögensrechnung auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums

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Autor

Katja Mathes