Rente / 23.03.2020

Ab 1. Juli: Gesetzliche Rente steigt deutlich

Ruhestandsbezüge der Rentenversicherung steigen um 3,45 Prozent in den alten und 4,20 Prozent in den neuen Ländern.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt ein gut gelauntes Rentner-Paar beim Frühstück in der Küche mit Laptop auf dem Tisch.

Berlin (dpa/sth). Die rund 21 Millionen Rentner können sich im Sommer auf spürbare Rentensteigerungen freuen. In Westdeutschland steigt die Rente um 3,45 Prozent, in den neuen Ländern um 4,20 Prozent. Das teilte das Bundessozialministerium am Freitag in Berlin mit. Damit wachsen die Renten am 1. Juli noch etwas stärker als zunächst vorhergesagt. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 34,50 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 42,20 Euro.

Die Renten in Ostdeutschland nähern sich weiter an die Westbezüge an. Der aktuelle Rentenwert im Osten steigt auf 97,2 Prozent des Rentenwerts West. Bis zum Jahr 2024 soll er aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise auf 100 Prozent klettern. Der Rentenwert gibt in Euro und Cent an, wie viel ein Entgeltpunkt — das ist der innerhalb eines Jahres von einem duchschnittlich verdienenden Beschäftigten erworbene Rentenanspruch – in der Rentenversicherung wert ist. Auf Basis der vorliegenden Daten steigt er zur Jahresmitte von gegenwärtig 33,05 Euro auf 34,19 Euro im Westen und von gegenwärtig 31,89 Euro auf 33,23 Euro im Osten.

Rentenniveau bleibt mit 48,2 Prozent stabil

Das Rentenniveau beträgt 48,21 Prozent - es zeigt an, wie hoch das Absicherungsniveau der Rente im Vergleich zu den Löhnen ist. Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 3,28 Prozent in den alten Ländern und 3,83 Prozent in den neuen Ländern. Auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern spielen eine Rolle.

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sind in den Festlegungen noch nicht berücksichtigt. Auf die Rentenerhöhung im Sommer hat sie demnach keine Auswirkungen. Die Höhe der Rentenanpassung wird vom Sozialressort in einer Verordnung festgelegt. Der Bundesrat muss zustimmen.

"Rentenversicherung steht für Verlässlichkeit"

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) betonte: "Auch in ungewissen Zeiten steht die Rentenversicherung für Verlässlichkeit." Die aktuelle Rentenanpassung sichere den Rentnern ihre Teilhabe an der Lohnentwicklung und sorge so für höhere Renten. "Sie folgt der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2019." Mit dem Übertritt der geburtenstarken Jahrgänge in die Rente kommen in den nächsten Jahren weniger Beitragszahler auf zahlreichere Rentner.

Der Beitragssatz von 18,6 Prozent dürfte laut dem jüngsten Rentenversicherungsbericht bis 2024 stabil bleiben. Bis 2025 darf er laut Gesetz auch nicht über 20 Prozent steigen. Dann dürfte er ansteigen. Die Rentenerhöhung im Sommer dürfte dem Staat zusätzliche Einkommensteuer in dreistelliger Millionenhöhe bringen. Aufgrund einer zunächst niedriger vorhergesagten Steigerung war das Bundesfinanzministerium bereits von 420 Millionen Euro ausgegangen. 2019 waren es 390 Millionen Euro, in den Jahren zuvor 350 und 220 Millionen.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Informationen der Deutschen Rentenversicherung zur Rentenanpassung 2020

Autor

 Deutsche Presseagentur