Rente / 04.09.2017

Absage an Rente mit 70

Bundeskanzlerin Angela Merkel legt sich in TV-Duell fest - Schulz unterstellt leeres Wahlversprechen

Berlin (kma). Kein Rente mit 70. Das ist eine der wenige Überraschungen, die das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Sonntagabend brachte. Von Schulz auf das Thema angesprochen, versicherte Merkel, dass Arbeitnehmer in Deutschland mit ihr auch in Zukunft nicht bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten müssten: „Ja natürlich sage ich das ganz sicher.“ Das brachte ihr das Lob ihres Herausforderers ein. Schulz: „Finde ich toll.“  

Merkel verwies auf die Einführung der Flexirente unter der Großen Koalition aus CDU und SPD. Diese ermögliche denen, die es könnten und wollten, länger zu arbeiten. Für viele Berufsgruppen sei ein Arbeiten über 67 Jahre hinaus schwierig, sagte Merkel und machte sich damit eine klassische SPD-Position zu eigen. Sie distanzierte sich damit auch von Teilen des CDU/CSU-Führungsspitze.

Schulz unterstellte Merkel daher, dass sie mit der Absage an die Rente mit 70 ein leeres Wahlversprechen abgebe. Sowie sie vor der letzten Wahl versichert habe, dass es mit ihr keine PKW-Maut geben werde – die aber bekanntermaßen mittlerweile beschlossen, wenn auch noch nicht eingeführt ist.

Er verwies auf Forderungen aus Teilen der CDU, das Renteneinstiegsalter von 67 Jahren (für Geburtsjahrgänge ab 1964) auf mindestens 69 Jahre zu erhöhen. Die CDU ist immer wieder dafür kritisiert worden, dass sie das Thema Rente aus ihrem Wahlprogramm weitgehend herausgehalten hat. Merkel will nach der Wahl eine Expertenkommission zu Rentenfragen einsetzen.    

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Autor

Katja Mathes