Rente / 27.02.2018

Abschlagsfreie Frührente bleibt Rennner

Bundesregierung: Von Mitte 2014 bis Ende 2016 traten 636.000 Beschäftigte über die Rente mit 63 in den Ruhestand.

Berlin (sth). In den ersten zweieinhalb Jahren nach Einführung der sogenannten Rente ab 63 sind insgesamt 636.000 Menschen abschlagsfrei vorzeitig in den Ruhestand getreten. Mit 385.000 Rentenzugängen der Männer lagen diese deutlich vor den Frauen mit 251.000 Zugängen, wie aus einer der  Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Markus Kurth hervorgeht (siehe auch Link unten). Seit Juli 2014 kann man nach mindestens 45 Jahren Einzahlung in die Rentenkasse – abhängig vom Geburtsjahrgang – mit 63 Jahren und einigen Monaten abschlagsfrei in Rente gehen.

Im ersten halben Jahr nach dem Start der Rente mit 63 gab es laut der Regierungsantwort gut 136.000 Zugänge in der Kategorie "Altersrente für besonders langjährige Versicherte", im gesamten Jahr 2015 waren es gut 274.000 und 2016 noch einmal mehr als 225.000. Für das Jahr 2017 liegen die Zahlen für den Rentenzugang noch nicht vor; nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wurden aber gut 253.500 Neuanträge auf die abschlagsfreie Frührente gestellt. Im Jahr 2016 bekamen Männer, die über die Rente mit 63 aus dem Berufsleben schieden, im Schnitt eine monatliche Nettorente von 1.344 Euro, Frauen erhielten durchschnittlich 1.024 Euro.

Trotz der Rente mit 63 ist das durchschnittliche Renteneintrittsalter in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben. Wie die Bundesregierung unter Berufung auf Daten der Deutschen Rentenversicherung schreibt, gingen Männer ab Juli 2014 im Schnitt rund 0,2 Monate früher in den Ruhestand als vor der gesetzlichen Neuregelung, Frauen etwa im gleichen Alter wie früher. Nimmt man Frauen und Männer zusammen, gingen Neurentnerinnen und -rentner der Jahre 2013 bis 2016 fast durchwegs mit 64,1 Jahren in Rente. Da auch für die Rente mit 63 die Altersgrenze wieder schrittweise angehoben wird, dürfte das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahren ebenfalls wieder steigen. 

Mehr zum Thema:

http://dip21.bundestag.de

Link zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen