Gesundheit / 24.04.2020

Ärzte haben die längsten Arbeitszeiten im Gesundheitswesen

Laut Statistischem Bundesamt arbeiten Ärzte in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche. Das war schon vor Corona so.

Stethoskop liegt auf Patientenakte, Arzt bedient im Hintergrund eine Computermaus.

Wiesbaden (dpa). Schon vor der Corona-Krise hatten Ärztinnen und Ärzte viel längere Arbeitstage als andere Berufsgruppen. 2018 arbeitete knapp ein Drittel der 445.000 Mediziner in Deutschland in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche. Das geht aus einer am Freitag in Wiesbaden veröffentlichten Sonderauswertung des Mikrozensus 2018 des Statistischen Bundesamts hervor.

Von den insgesamt mehr als vier Millionen Erwerbstätigen in Gesundheits- und Pflegeberufen hatten nur sechs Prozent eine so lange Wochenarbeitszeit – darunter waren gut 1,1 Millionen Kranken- sowie knapp 0,7 Millionen Altenpflegerinnen und -pfleger. Die Durchschnittsarbeitszeit bei Gesundheitsberufen lag 2018 mit 41 Stunden pro Woche genau im Mittel aller Berufsgruppen. Aber sie arbeiteten sehr viel häufiger im Schichtdienst und an Wochenenden.

Gesundheits- und Pflegeberufe von unüblichen Arbeitszeiten besonders betroffen

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) arbeitete 2018 am Wochenende und knapp ein Drittel (32 Prozent) in Schichtarbeit. Besonders häufig arbeiteten Alten- und Krankenpflegerinnen und -pfleger im Schichtdienst (56 Prozent beziehungsweise 60 Prozent), Ärztinnen und Ärzte im Vergleich zu diesen dagegen eher selten (16 Prozent). Diese Unterschiede spiegeln sich zum Teil auch bei der Wochenendarbeit wider: So arbeiteten 75 Prozent der Kranken- und 80 Prozent der Altenpflegerinnen und -pfleger regelmäßig samstags und sonntags, bei den Ärztinnen und Ärztinnen lag der Anteil bei 55 Prozent.

Weitere Infos

www.destatis.de
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

Autor

 Deutsche Presseagentur