Gesundheit / 28.09.2017

Aktueller Herzbericht

Positive Beurteilung der medizinischen Rehabilitation

Offenbach (kjs). Der aktuelle Herzbericht 2016 der Deutschen Herzstiftung vermittelt ein Bild der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung in Deutschland. Ein Teil der Leistungen bilden spezielle Reha-Maßnahmen der Deutschen Rentenversicherung für Herz-Patienten. Ziel der Reha-Leistungen ist , dass Menschen nach einem Infarkt, einem Schlaganfall oder einer Herz-OP wieder den Weg zurück in den Job schaffen und langfristig mit möglichst keinen oder geringen Einschränkungen leben können.

Hohe Zufriedenheit mit der Reha

Während der Reha werden die Patienten engmaschig ärztlich begleitet, was viele als Vorteil werten. Denn oft haben Patienten nach einem Infarkt oder einer Operation Angst, sich zu überlasten. Doch Abstinenz vom Sport erhöht langfristig das Risiko für weitere Gesundheitseinschränkungen. In einer Rehaklinik werden Patienten unter anderem daher behutsam wieder an den Sport herangeführt. Zudem können Ärzte und Therapeuten Nachsorgeprogramme initiieren.

Entsprechend positiv fällt das Urteil der Reha-Patienten aus: In Befragungen erreichen Aussagen zur „Vorbereitung auf die Zeit nach der Reha“, die „Planung und Abstimmung der Reha“ sowie die „in Anspruch genommenen Beratungen“ laut Herzbericht höchste Zufriedenheitswerte. Auch die subjektive Besserung nach der Reha wird von den Teilnehmern sehr positiv bewertet, wie der Herzbericht schreibt.

Vor allem Männer gehen in Reha

Das Diagnosespektrum der kardiologischen Rehabilitanden ist breit gefächert. Von den 75.102 Rehabilitationen in 2015 wiesen 35 Prozent die Erst-Diagnose einer ischämischen Herzkrankheit auf. Als zweithäufigste Diagnose taucht der akute Myokardinfarkt mit einem Anteil von 21 Prozent auf. Er stellte eine Teilmenge der Gruppe der ischämischen Herzkrankheiten dar.

Drei Viertel der Rehabilitanden waren Männer, ein Viertel Frauen. Das Durchschnittsalter lag insgesamt bei knapp 53,8 Jahren. Beruflich waren 44,5 Prozent Angestellte, 29,4 Prozent Facharbeiter und 12,9 Prozent als Arbeiter tätig (davon 6,5 Prozent als ungelernte Arbeiter). Die Verteilung ging über viele Berufsgruppen hinweg. Eine Häufung war in den Bereichen Handel und Verkehr, Metallverarbeitung sowie in Verwaltungs- und Organisationsberufen festzustellen. 5,8 Prozent der Rehabilitanden waren selbstständig tätig.

Über 90 Prozent der Patienten arbeiten wieder

Die gute Nachricht: Die meisten Patienten schaffen nach der Reha den Sprung zurück in den Job: Lediglich 3,2 Prozent der Männer und 4,5 Prozent der Frauen waren aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage, irgendeine Tätigkeit oder Erwerbstätigkeit drei Stunden oder länger am Tag auszuüben.

Vor- und Nachsorge rücken in den Fokus

Die Ergebnisse rehabilitationswissenschaftlicher Forschung zeigen, dass eine kardiologische Reha nur dann einen nachhaltigen präventiven Effekt aufweist, wenn sie zu einer dauerhaften Lebensstiländerung führt. Dazu tragen Angebote des Gesundheitstrainings oder der Nachsorge bei.

Prävention und Nachsorge schaffen weitere Ansätze und ermöglichen geeignete Interventionen über einen längeren Zeitraum. Während Nachsorgeprogramme schon seit vielen Jahren etabliert sind, baut die Deutsche Rentenversicherung derzeit ihre Präventionsangebote aus. Zu den Erfolgsfaktorenzählt auch der stärkere Bezug zur Arbeitswelt und zu den konkreten Belastungen am Arbeitsplatz. Deswegen kooperiert die Deutsche Rentenversicherung mit Unternehmen und Betrieben sowie mit den dort tätigen Werksärzten.

Hintergrund: Die Risikofaktoren

Das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird durch Lebensstilfaktoren und Umweltfaktoren beeinflusst. Die wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall sind seit Jahren bekannt:

  • Diabetes mellitus,
  • arterielle Hypertonie,
  • Fettstoffwechselstörungen,
  • Übergewicht,
  • Alkohol- und Zigarettenkonsum,
  • Bewegungsmangel,
  • schädlicher Stress und Depression.

Im Rahmen einer Bundesländer-vergleichenden Studie konnte der Zusammenhang zwischen sozialen Faktoren und der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgezeigt werden. Die Deutsche Herzstiftung geht – wie auch die Deutsche Rentenversicherung – davon aus, dass eine wirksame Prävention bei den Risikofaktoren ansetzen muss, damit mittelfristig die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit gesenkt werden kann.

Autor

Karl-Josef Steden