Rente / 03.12.2019

"Alle Handwerker wieder in die Rentenversicherung"

DRV Braunschweig-Hannover: Zwölf zulassungsfreie Handwerksberufe werden wieder rentenpflichtig. Wettbewerbsverzerrungen vermeiden.

Bild zum Beitrag "Alle Handwerker wieder in die Rentenversicherung". Das Bild zeigt die alternierenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung der DRV Braunschweig-Hannover.

Vertreterversammlung DRV Braunschweig-Hannover: Der Vorsitzende des Parlaments Dr. Andreas Bierich (li.) und Stellvertreter Rolf Behrens (re.).

Laatzen (drv/sth). Mit der Forderung, für alle Handwerksberufe wieder die Meisterpflicht und die Pflicht zur Rentenversicherung einzuführen, hat sich die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover jetzt in die Debatte um die Selbstständigen-Altersvorsorge eingeschaltet. Bei der jüngsten Vertreterversammlung hatte der Vorsitzende des regionalen Rentenversicherungs-Parlaments, Andreas Bierich, zuvor darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung jüngst beschlossen habe, für zwölf zulassungsfreie Handwerksberufe wie Fliesen- und Estrichleger die vor 15 Jahren abgeschaffte Meisterpflicht wieder einzuführen.

Diese Handwerker, so Bierich, würden damit in der gesetzlichen Rentenversicherung wieder versicherungspflichtig. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden sei es aber notwendig, „dass alle selbstständigen Handwerker, die seit 2004 nicht der Pflichtversicherung unterlagen, jetzt wieder einbezogen werden“, forderte der Vertreter der Arbeitgeberseite. Dies würde in Niedersachsen allein bei den Fliesenlegern und Raumausstattern rund 8.000 selbstständige Handwerker betreffen.  

Neue stellvertretende Geschäftsführerin

Bei ihrem Treffen entschieden die Delegierten zudem über die Neubesetzung der stellvertretenden Geschäftsführung. Auf Vorschlag des Vorstands wählten sie Birgit Krassau in das Amt. Die Leiterin des Betriebs- und Einzugsstellendienstes übernimmt ab Januar die Stellvertretung von Geschäftsführer Jan Miede. Schließlich verabschiedete das Parlament des Rentenversicherers den Haushalt für das kommende Jahr. Mit fast 13,8 Milliarden Euro erhöht sich das Budget nach Angaben des niedersächsischen Rentenversicherers gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent.

Neben den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung von etwa 10,8 Milliarden Euro verbucht die DRV Braunschweig-Hannover demnach rund 2,9 Milliarden Euro an Einnahmen aus Bundeszuschüssen, mit denen nicht beitragsfinanzierte Leistungen erstattet werden. Auf der Ausgabenseite "bilden die Renten mit rund 11,3 Milliarden Euro den größten Posten", so der in Laatzen ansässige Rentenversicherer. Für die medizinische und berufliche Rehabilitation seien zudem 315 Millionen Euro eingeplant.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Weitere Informationen über die Leistungen der DRV Braunschweig-Hannover

www.handwerk-magazin.de

Bericht über die ab 2020 wieder meister- und rentenversicherungspflichtigen Handwerksberufe

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Autor

Stefan Thissen