Rente / 02.11.2017

Altersarmut: Doppeltes Risiko im Osten

MDR: Bis 2036 könnte jeder dritte Ruheständler in den neuen Ländern unzureichende Alterseinkünfte haben.

Leipzig (ots). Das Risiko, im Alter eine Rente unterhalb der Armutsgrenze zu beziehen, wird sich in den nächsten Jahren vor allem in Ostdeutschland deutlich erhöhen. Das berichtet das MDR-Magazin "Exakt". Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) steigt das Armutsrisiko bis 2036 im Westen von derzeit 15 auf 17 Prozent; im Osten dagegen erhöht es sich im gleichen Zeitraum von momentan 21 auf 36 Prozent. Eine Rente unterhalb der Armutsgrenze träfe dann jeden Dritten.

Unter die vom Armutsrisiko betroffenen Rentner fällt für das DIW, wer nur 60 Prozent oder weniger der Durchschnittsrente bezieht. Derzeit liegt die Armutsgrenze bei 958 EUR. Die Durchschnittsrente beträgt knapp 1.600 Euro. Das Armutsrisiko steigt durch Zeiten der Arbeitslosigkeit, versicherungsfreie Jahre und Niedriglohnjobs. Johannes Geyer vom DIW sagte "MDR-Exakt": "Das trifft speziell Menschen in Ostdeutschland, die nach der Wende nicht so richtig Fuß gefasst haben auf dem Arbeitsmarkt. Da kulminieren viele dieser Risiken. In diesem Gebiet sehen wir das, dass in einem ganzen Gebiet bei den 'Wendeverlierern' in Anführungszeichen das Risiko für Altersarmut enorm ansteigen wird."

Doch nicht nur Menschen mit sogenannten brüchigen Arbeitsbiografien müssen mit einer Rente unterhalb der Armutsgrenze rechnen. Auch, wer durchgehend gearbeitet hat, kann von Sozialhilfe abhängig werden. Zum Beispiel Menschen, die heute Mindestlohn oder etwas mehr verdienen, könnten später in Altersarmut landen, so der Wirtschaftsforscher Johannes Geyer gegenüber "Exakt".