Rente / 26.10.2020

Altersvorsorge: Deutschland verbessert sich im internationalen Vergleich

Eine Studie der Unternehmensberatung Mercer bewertet das deutsche Rentensystem positiv. Die Autoren sehen aber auch Nachholbedarf.

Frankfurt a.M. (iv). Die Unternehmensberatung Mercer hat erneut die Systeme zur Altersvorsorge von 39 Staaten verglichen. Deutschland belegt mit 67,3 Punkten im Mercer CFA Institute Global Pension Index (MCGPI) den elften Rang, zwei Plätze besser als im Vorjahresranking. Spitzenreiter bleiben die Niederlande vor Dänemark.

Sehr gute Ergebnisse erzielte Deutschland in den beiden Teilbereichen Angemessenheit (78,8) und Integrität (81,4). In den vergangenen Jahren habe sich Deutschland dort kontinuierlich verbessert. Unterdurchschnittlich wird dagegen der dritte Teilbereich beurteilt: Nur 44,1 Punkte gibt es für die Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsindex misst die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Rentensystem in der Lage sein wird, in Zukunft Rentenleistungen zu erbringen.

Betriebliche Altersversorgung stärken

„Die diesjährige Studie zeigt erneut, dass das Altersvorsorgesystem in Deutschland insgesamt recht positiv bewertet wird“, erklärt Deutschland-Chef Norman Dreger. Allerdings müsse das bewährte Rentensystem gestärkt werden. Deutschland habe bei Fragen nach der betrieblichen Altersvorsorge und Former der kapitalgedeckten Zusatzversorgung noch „erhebliches Aufholpotenzial“. Ebenso werde mit Inkrafttreten der Grundrente Anfang des nächsten Jahres die Diskussion um Mindestrenten für Geringverdiener in der Diskussion bleiben.

Die Studie empfiehlt für das deutsche Rentensystem:

  • Ergänzung des umlagefinanzierten Systems durch kapitalgedeckte Modelle
  • Anhebung der Mindestrente für Rentner mit niedrigem Einkommen
  • Erhöhung der Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersversorgung

Autor

 ihre-vorsorge.de