Rente / 08.07.2019

Altersvorsorge-Information kommt schrittweise

Sozial-Staatssekretär Schmachtenberg kündigt Gesetzentwurf noch für dieses Jahr an. Neutrale Trägerschaft für Gemeinschaftspapier angestrebt.

Bild zum Beitrag "Altersvorsorge-Information kommt schrittweise". Das Bild zeigt eine Renteninformation.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die seit mehr als 15 Jahren geplante gemeinsame Information von Rentenversicherung, betrieblichen Versorgungswerken und privaten Vorsorgeanbietern über alle Altersvorsorgeansprüche der Bürger könnte in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Bei einer Tagung der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG) – einem Forum aller bedeutenden Akteure im Bereich der sozialen Sicherung – in Berlin kündigte Staatssekretär Rolf Schmachtenberg vom Bundesarbeitsministerium (BMAS) jetzt die Vorlage eines Gesetzentwurfs für dieses Projekt noch für das laufende Jahr an.

„Die Bürger sollten wissen, wie sie vorgesorgt haben, um mündig entscheiden zu können", erklärte Schmachtenberg vor Experten von gesetzlicher Rentenversicherung, Versorgungswerken und der privaten Versicherungswirtschaft. Wichtig sei dabei, dass die Informationen zur Altersvorsorge "zentral zur Verfügung stehen, verlässlich und neutral" seien. Das BMAS werde den Gesetzentwurf auf den Weg bringen, sobald die noch offenen Fragen zur Umsetzungsstruktur geklärt seien. Rentenversicherung, Anbieter betrieblicher Altersversorgung und der privaten Altervorsorge böten zwar "bereits heute Informationen für ihre Versicherten und Versorgungsanwärter an", so Schmachtenberg. Angesichts der Komplexität der Informationen und des deutschen Alterssicherungssystems generell könnten diese aber bei den bisherigen Angeboten "schnell den Überblick verlieren".   

Rentenversicherungs-Chefin begrüßt die Initiative

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund und Vorsitzende des Ständigen GVG-Ausschusses Alterssicherung, begrüßte die gemeinsame Initiative unter dem Dach der GVG: „Ein Alterssicherungssystem aus drei Säulen erfordert Transparenz und verständliche Informationen. Das erleichtert es den Menschen, bewusste Entscheidungen über ihre Altersvorsorge zu treffen“, sagte Roßbach. Die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation unterstützte sie. In einem gemeinsamen Expertenbericht haben die beteiligten Träger jetzt Vorschläge unterbreitet, wie eine solche übergreifende Vorsorgeinformation aus ihrer Sicht praxisgerecht und zeitnah umgesetzt werden könne.

Der Vorsitzende der GVG-Arbeitsgruppe "Trägerübergreifende Vorsorgeinformation", Klaus Stiefermann, zugleich Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Altersversorgung (aba), fasste die wichtigsten Forderungen der GVG-Experten zusammen: „Die trägerübergreifende Vorsorgeinformation muss digital und auf der Basis bestehender Altersvorsorgeinformationen umgesetzt werden." Hierfür biete ein Onlineangebot, mit dessen Hilfe die Bürgerinnen und Bürger sich individuell informieren könnten, die besten Voraussetzungen. Die seit 2017 bestehende GVG-Facharbeitsgruppe ist mit Experten der Spitzenorganisationen aller Säulen der Alterssicherung sowie weiteren Akteuren der Altersvorsorge besetzt.

Mehr zum Thema:

https://gvg.org

Weitere Informationen über die GVG-Fachtagung zu einer säulenübergreifenden Vorsorgeinformation

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Autor

Stefan Thissen