Rente / 03.04.2019

Altersvorsorge-Information rückt näher

Ministerien veröffentlichen Forschungsbericht zur Umsetzbarkeit einer gemeinsamen Information für gesetzliche, Betriebs- und Privatrente.

Bild zum Thema: Altersvorsorge-Information rückt näher. Es zeigt einen Seniorenpaar am Tablet.

Berlin/Bad Homburg (sth). Bundesarbeits- und -finanzministerium haben am Dienstag ein seit Langem erwartetes gemeinsames Gutachten zu einer "säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" veröffentlicht. Das knapp 200 Seiten starke Papier zeigt nach Angaben der Ministerien auf, wie eine gemeinsame Information der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Anbieter von betrieblicher und privater Altersvorsorge über die bisher erworbenen Ansprüche auf Alterseinkünfte "gelingen kann". Die nötigen Schritte zur Umsetzung des bereits seit Anfang der 2000er-Jahre diskutierten Projekts würden nun "zügig in Angriff genommen", heißt es in einer Mitteilung der Ministerien.

Die Bürger sollen sich demnach auf einer Online-Plattform ihre schon erreichten und bis zum Rentenbeginn noch erreichbaren Leistungen anschauen können - wenn möglich mit Modellrechnungen. "Nur wer gut informiert ist, kann möglichen Handlungsbedarf erkennen und angehen", so die Ministerien. Es handele sich aber um ein sehr komplexes Vorhaben, so dass die Umsetzung "noch einige Zeit" in Anspruch nehmen werde. Mit dem Gutachten sei "ein erster Meilenstein dieses gemeinsamen politischen Projekts" beider Ministerien erreicht worden.

Vier Kernelemente

Die Kernelemente der geplanten Plattform sind nach Angaben von Sozial- und Finanzministerium:

  • Aufbau einer Online-Plattform, auf der die Bürgerinnen und Bürger individuelle Informationen über ihre Altersvorsorgeprodukte von den verschiedenen Altersvorsorgeträgern abfragen und "einsammeln" können.
  • Einfache und strukturierte Darstellung insbesondere der bereits erreichten und der bis zum Renteneintritt erreichbaren Leistungen aus den Altersvorsorgeprodukten, die von den Versorgungsträgern bereitgestellt werden.
  • Zusammenführung der erreichbaren Altersvorsorgeleistungen in einer Modellrechnung durch die Plattform, sofern und soweit wie möglich.
  • Ermöglichung des Datenexports aus der Plattform, um die Informationen für einen etwaigen Beratungsbedarf nutzen zu können.

Ziel sei es, "bis zum Herbst 2019" gemeinsam die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation festzulegen, um die rechtlichen Grundlagen hierfür zu schaffen. Im Anschluss müssten "die technischen Voraussetzungen für die säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation im Detail" erarbeitet und dann zunächst in einer Pilotphase erprobt werden. Union und SPD hatten die säulenübergreifende Altersvorsorgenformation unter staatlicher Aufsicht im Koalitionsvertrag vereinbart.

Mehr zum Thema:

www.bmas.de

Link zum gemeinsamen Gutachten von Bundessozial- und -finanzministerium zu einer säulenübergreifenden Altersvorsorge-Information

www.fna-rv.de

Link zu Informationen der Deutschen Rentenversicherung über eine Wissenschaftstagung zu Erfahrungen anderer Länder mit diesem Thema vom 19.03.2019

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Autor

Stefan Thissen