Rente / 20.09.2017

Altmaier fordert digitale Renteninfo

Chef des Bundeskanzleramts: Alle Bürger sollen online Überblick über ihre Altersvorsorge haben.

Berlin (sth). Kanzleramtschef Peter Altmaier hat am Montag mit einem Vorschlag überrascht, der laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) Element einer künftigen Rentenreform sein könnte: Eine digitale Renteninformation soll, so Altmaiers Vorstellung, den rentenversicherten Beschäftigten und Selbstständigen online Klarheit über ihre gesamten Altersvorsorgeansprüch verschaffen. Bisher bieten die gesetzliche Rentenversicherung, Lebensversicherungen und betriebliche Pensionskassen ihren Kunden nur separate und sehr unterschiedlich strukturierte Übersichten über erworbene Altersvorsorgeansprüche an.

„Durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals soll künftig sichergestellt werden, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind", erklärte Altmaier gegenüber der Zeitung. Ein solches Portal solle den Bürgern auch "Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst“, so der Kanzleramtschef. „Wir wollen, dass sich jeder Bürger über Fragen der Alterssicherung gut informieren und in Zukunft besser nachvollziehen kann, welche Anwartschaften er in den verschiedenen Säulen der Alterssicherung angespart hat. Eventuell bestehende Versorgungslücken können so besser aufgedeckt werden.“

Altmaiers Vorstoß basiert laut FAZ auf einem Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats. Dieser spreche sich für ein Renteninformationssystem aus, "das den Versicherten anhand standardisierter Berechnungsmethoden einen Gesamtüberblick über erworbene Ansprüche aus Rente und Zusatzvorsorge verschafft", heißt es in dem Bericht. Der Generalsekretär des Unions-Wirtschaftsflügels, Wolfgang Steiger, wird mit den Worten zitiert: "Angesichts des demographischen Wandels und der Überforderung unserer umlagefinanzierten Sozialsysteme führt an mehr Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge kein Weg vorbei. Je transparenter für die Bürger ihre Versorgungslücken werden, desto eher können wir sie zu mehr Altersvorsorge anregen.“

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Autor

Stefan Thissen