Rente / 17.12.2021

Ampel-Rentenpläne: VdK sieht Licht und Schatten

Bentele: Positiv, dass das Renteneintrittsalter nicht weiter steigen soll. Negativ: Einstieg in ein Sozialversicherungssystem für alle wurde verpasst.

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München (dpa) - Deutschlands größter Sozialverband VdK sieht Licht und Schatten bei den Plänen der neuen Bundesregierung zur Armutsbekämpfung und Altersabsicherung. Präsidentin Verena Bentele bewertete es am Mittwoch in München unter anderem als positiv, dass es keine Rentenkürzungen und keine Anhebung des Renteneintrittsalters geben soll. Aber: "Der historisch richtige Moment für einen Einstieg in ein Sozialversicherungssystem für alle wurde wieder einmal verpasst." Ebenso verpasst worden seien der Einstieg in die Pflegevollversicherung sowie das Auflösen der privaten Krankenversicherung und des Beamtenpensionssystems.

Die Anhebung des Mindestlohnes ist aus Benteles Sicht richtig, auch wenn er noch einen Euro höher liegen müsste, um mit einem Vollzeitjob eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erlangen. Heftige Kritik übte Bentele an der gleichzeitigen Anhebung der Minijobgrenze, wodurch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdrängt werde. "So haben wir uns eine aktive, armutsbekämpfende Arbeitsmarktpolitik der neuen Bundesregierung definitiv nicht vorgestellt." Der VdK ist mit 2,1 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands und setzt sich unter anderem für einen starken Sozialstaat und soziale Gerechtigkeit ein.

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 Deutsche Presseagentur