Soziales / 07.11.2019

Angleichung zwischen Ost und West kommt voran

DIW-Studie: Wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern bleiben – doch die Kluft wird kleiner.

Bild zum Thema Angleichung zwischen Ost und West kommt voran.– Finger zeigen auf Umriss der Bundesrepublik Deutschland mit Städtepunkten und Verbindungslinien.

Berlin (dpa). Noch immer gibt es zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern wirtschaftliche und soziale Unterschiede – doch spätestens seit der Finanzkrise nähern sich beide Landesteile einer Untersuchung zufolge kontinuierlich an. Die Arbeitslosenquote etwa lag im Jahr 2005 in Ostdeutschland bei rund 20,6 Prozent und war damit doppelt so hoch wie zum selben Zeitpunkt im Westen, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelt hat. Im vergangenen Jahr lag die Quote bei knapp über 5 Prozent im Westen und zwischen 7 und 8 Prozent im Osten.

Produktivität im Osten steigt

Auch bei der Produktivität holt der Osten auf. Im Jahr 2018 betrug sie – gemessen an der Bruttowertschöpfung pro erwerbstätiger Person – bei rund 83 Prozent des westdeutschen Vergleichswerts und damit mehr als doppelt so hoch wie kurz nach der Wende. Die nach wie vor bestehenden Unterschiede dabei „gehen einher mit geringeren Betriebsgrößen und einem geringeren Anteil an (großen) Firmenzentralen“ im Osten, heißt es in der Untersuchung.

Mit Blick auf die Zufriedenheit liegen Ost und West trotz bestehender Unterschiede inzwischen nahezu gleichauf. 7,2 von 10 möglichen Punkten verteilten die Einwohner im Osten, während im Westen der Wert bei 7,4 Punkten lag.

Anteil der Migranten im Osten deutlich geringer als im Westen

Zwar ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren auch im Osten gestiegen. Doch noch immer ist er deutlich niedriger als im Westen. Knapp 7 Prozent der Einwohner in den neuen Ländern hatten zwischen den Jahren 2010 und 2017 einen Migrationshintergrund – 0,4 Prozent waren Flüchtlinge. Bei den Übrigen handelte es sich um Zugezogene in erster und zweiter Generation.

Im Westen wiederum war der Anteil von Migranten den Angaben zufolge mit knapp 27 Prozent fast vier Mal so hoch.

Weitere Informationen

www.diw.de
Studie DIW

Autor

 Deutsche Presseagentur