Finanzen / 13.07.2020

Anleger zwischen Hoffen und Bangen

Auch in der neuen Woche dürften sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt im Zwiespalt zwischen Konjunkturoptimismus und Corona-Angst bewegen.

Rote Coronaviren mit Aktienkurve und mehreren Stapeln Münzen vor einer Weltkarte.

Frankfurt/Main (dpa). Den Hoffnungen auf eine weitere konjunkturelle Erholung stehen Befürchtungen weiterhin hoher Corona-Infektionsraten etwa in den USA gegenüber.

Am Freitag kletterte der Dax wieder über die Marke von 12.600 Punkten. Letztlich gewann der Leitindex 1,15 Prozent auf 12.633,71 Punkte. Daraus ergab sich auf Wochensicht ein Gewinn von rund 0,8 Prozent.

In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison in den USA Fahrt auf: Auf der Agenda stehen 36 Unternehmen aus dem S&P-500-Index. Eröffnet wird der Zahlenreigen unter anderem von den großen US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Bank of America.

Darüber hinaus berichten unter anderem die Fluggesellschaft Delta Air Lines, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson und der Filmstreaming-Dienst Netflix über ihre jüngste Geschäftsentwicklung. Auch in Europa gibt es erste Zahlen vom niederländischen Halbleiterausrüster ASML.

EZB-Ratssitzung am Donnerstag

Konjunkturell steht in der neuen Woche unter anderem die EZB-Ratssitzung am Donnerstag im Fokus. Es wird nicht erwartet, dass die Notenbank bei den bisher eingeführten Maßnahmen zur Stützung von Konjunktur und Kapitalmärkten noch einmal nachlegt. Von den anstehenden deutschen Wirtschaftsdaten sollten die ZEW-Konjunkturerwartungen im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Konjunkturdaten der USA und China erwartet

Aus den USA wird ein ganzes Bündel von Konjunkturdaten erwartet, die zeigen könnten, welches Tempo die Erholung bisher aufweist. Darunter sind die Einzelhandelsumsätze oder die Industrieproduktion im Juni. Ferner stehen die Verbraucherpreise, die regionalen Frühindikatoren von New York und Philadelphia, das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sowie einige Daten zum Häusermarkt an.

Im Anlegerfokus dürften zudem die chinesischen Veröffentlichungen zu Handelsbilanz, Einzelhandelsumsätzen, Industrieproduktion und dem Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal sein.

Am Freitag und Samstag stehen dann noch schwierige Verhandlungen auf dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU auf der Tagesordnung. Dabei geht es um den mehrjährigen Finanzrahmen und um das Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise.

Autor

 Deutsche Presseagentur