Rente / 17.03.2023

Anteil der Altersrenten mit Abschlägen 2021 leicht gestiegen

Von den 858.000 neuen Empfängern einer Altersrente traten im vorletzten Jahr knapp 211.000 vorzeitig mit einer Kürzung in den Ruhestand.

Bild zum Beitrag "Anteil der Altersrenten mit Abschlägen weitgehend stabil". Das Bild zeigt einen Taschenrechner.

Frankfurt (sth). Der Anteil der Neurentnerinnen und -rentner, die für einen vorzeitigen Ruhestand Abschläge in Kauf nehmen, ist 2021 leicht gestiegen. Nach Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die ihre-vorsorge.de vorliegen, waren im vorvergangenen Jahr knapp 211.000 der rund 858.000 erstmals gezahlten Altersrenten um einen Abschlag gekürzt. Das entspricht einem Anteil von 24,5 Prozent. Im Jahr zuvor lag die Zahl der mit einem Abschlag belegten Renten bei etwa 194.000 von rund 829.000 erstmals gezahlten Altersrenten, der Anteil betrug 23,4 Prozent. Im Jahr 2011 waren noch 338.000 Beschäftigte mit Abschlägen in den Ruhestand getreten, der Anteil lag damals bei 48,4 Prozent.

Durchschnittlich knapp 28 Monate eher als Rentenbeziehende ohne Abschläge traten Rentnerinnen und Rentner mit Kürzungen im Jahr 2021 in den Ruhestand – also zwei Jahre und vier Monate früher. Dennoch betrug die durchschnittliche Brutto-Altersrente für Rentnerinnen und Rentner mit Abschlägen etwa 1.218 Euro. Die Bruttorente aller neuen Altersrentner lag den Rentenversicherungs-Angaben zufolge im Schnitt bei 1.140 Euro.

Hauptursache für den stabilisierten Anteil der gekürzten Altersrenten dürfte zum einen sein, dass die inzwischen nicht mehr zugänglichen speziellen Altersrenten für Frauen sowie für Beschäftigte nach Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit noch mit hohen Abschlägen vorzeitig in Anspruch genommen werden konnten. Die vier derzeit möglichen Zugänge in die Altersrente – Regelaltersrente, Altersrente für langjährig Versicherte und besonders langjährig Versicherte, Altersrente für schwerbehinderte Menschen – sind entweder nur abschlagsfrei oder mit Abschlägen von höchstens 10,8 Prozent verfügbar. Zudem versuchen seit einigen Jahren mehr Unternehmen, Beschäftigte wegen eines drohenden Mangels an Fachkräften länger im Betrieb zu halten.

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen