Rente / 15.09.2020

Anteil der Renten mit Abschlägen bleibt stabil

Von den mehr als 803.000 neuen Beziehern einer Altersrente traten 2019 etwa 22,9 Prozent vorzeitig mit einer Kürzung in den Ruhestand.

Bild zum Beitrag "Anteil der Renten mit Abschlägen bleibt stabil". Das Bild zeigt einen Taschenrechner.

Bad Homburg (sth). Der Anteil der Beschäftigten, die für einen vorzeitigen Ruhestand Abschläge in Kauf nehmen, ist im Jahr 2019 stabil geblieben. Wie aus dem gerade veröffentlichten Statistikband "Rente 2019" der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, waren im vergangenen Jahr etwa 184.000 der rund 803.500 erstmals gezahlten Altersrenten um einen Abschlag gekürzt. Das entspricht einem Anteil von 22,9 Prozent. Im Jahr zuvor lag die Zahl der gekürzten Renten bei etwa 180.000 von mehr als 784.000 erstmals gezahlten Altersrenten, der Anteil betrug ebenfalls 22,9 Prozent. Im Jahr 2010 waren noch 320.000 Beschäftigte mit Abschlägen in den Ruhestand getreten, der Anteil lag damals bei 47,5 Prozent.

Durchschnittlich 26,4 Monate eher als Rentner ohne Abschläge traten die Rentner*innen mit Kürzungen im Jahr 2019 in den Ruhestand – also mehr als zwei Jahre früher. Dennoch lag die durchschnittlich ausgezahlte Altersrente an Rentner*innen mit Abschlägen bei etwa 1.007 Euro. Da alle neuen Altersrentner*innen im Schnitt "nur" 946 Euro monatlich ausgezahlt bekamen, liegt die Vermutung nahe, dass vor allem Arbeitnehmer*innen mit überdurchschnittlichen Rentenansprüchen vorzeitig aus dem Berufsleben ausschieden. 

Hauptursache für den stabilisierten Anteil der gekürzten Altersrenten dürfte zum einen sein, dass die inzwischen nicht mehr zugänglichen speziellen Altersrenten für Frauen sowie für Arbeitnehmer*innen in Altersteilzeit noch mit Abschlägen von bis zu 18 Prozent vorzeitig in Anspruch genommen werden konnten. Die vier derzeit möglichen Zugänge in die Altersrente – Regelaltersrente, Altersrente für langjährig Versicherte und für besonders langjährig Versicherte, Altersrente für schwerbehinderte Menschen – sind entweder nur abschlagsfrei oder mit Abschlägen von höchstens 10,8 Prozent verfügbar. Zudem versuchen seit einigen Jahren mehr Unternehmen, Arbeitnehmer wegen eines drohenden Mangels an Fachkräften länger im Betrieb zu halten.

Mehr zum Thema:

https://statistik-rente.de

Statistikband "Rente 2019" der Deutschen Rentenversicherung 

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Autor

Stefan Thissen