Gesundheit / 26.11.2020

AOK-Bundesverband fordert „deutliche Erhöhung“ der Bundesmittel

Der 5-Milliarden-Zuschuss reiche bei weitem nicht aus, um die Sozialbeträge unter 40 Prozent zu halten. Es drohe eine saftige Beitragssteigerung.

Teilansicht einer Versichertenkarte. Bildnachweis: fotolia.com © BK

Berlin (dpa). Der AOK-Bundesverband fordert vom Bund kurzfristig deutlich aufgestockte Zuschüsse für die gesetzlichen Krankenkassen. Der Vorstandsvorsitzende Martin Litsch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der verabredete Bundeszuschuss fürs kommende Jahr von rund fünf Milliarden Euro reiche bei weitem nicht aus, um wie versprochen die Sozialbeiträge für Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitslosenversicherung bis 2022 insgesamt unter 40 Prozent zu halten.

Mehrere Ursachen für das Finanzloch

Das Finanzloch habe aber nur zum Teil mit der Corona-Pandemie zu tun, sagte er. „Die prognostizierte Finanzierungslücke in 2021 von über 16 Milliarden Euro ist nach übereinstimmenden Berechnungen von Bundesgesundheitsministerium und Kassen nur zu rund 20 Prozent durch die Pandemie bedingt und macht rund 3,4 Milliarden Euro aus“, sagte Litsch. Er verwies darauf, dass ein Großteil der Mehrausgaben durch „kostspielige Gesetze“ verursacht werden, die dauerhafte Wirkung hätten.

Ohne weitere Bundeszuschüsse prognostiziert die AOK eine saftige Beitragssteigerung. Vor wenigen Tagen hatte auch die Techniker Krankenkasse vor einer drastischen Erhöhung des Krankenkassen-Zusatzbeitrags gewarnt, wenn der Staat nicht gegensteuere.

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 Deutsche Presseagentur