Gesundheit / 18.02.2019

Arbeit, Erholung und Gesundheit

Wer genug Muße hat, sich nach der Arbeit zu erholen, fühlt sich gesünder. Dabei spielen auch Länge und Gestaltung der Arbeitszeit eine Rolle.

Mann liegt auf dem Boden – Bildnachweis: wdv © Koch, Karsten

Berlin (kr). 77 Prozent der Beschäftigten, die sich vor Antritt der Arbeit erholt fühlen, schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut ein. Damit liegen sie deutlich vor ihren Kolleginnen und Kollegen, die nach eigenem Empfinden nur teilweise (62 Prozent) oder nicht erholt (57 Prozent) zur Arbeit gehen.

Wie wichtig Erholung nach der Arbeit für den langfristigen Erhalt der Gesundheit ist, zeigt die Arbeitszeitbefragung 2017 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Darauf weist der kürzlich von der Bundesregierung verabschiedete Bericht über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit hin.

Zu viele Überstunden fördern Stress und Erschöpfung

Demnach hat die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit ebenso einen Einfluss auf den Grad der Erholung wie der persönliche Einfluss auf Arbeitsbeginn und -ende. 60 Prozent der Beschäftigen mit 35-39 Wochenstunden fühlen sich erholt. Daran ändern auch bis zu zwei Überstunden wöchentlich nichts.

Steigt die Mehrarbeit aber auf mehr als zwei Stunden, sinkt die Rate der Erholten auf 54 Prozent; bei dauerhaft 60 Wochenstunden und mehr sogar auf 50 Prozent. Beschäftigten in Wechselschichten fühlen sich noch seltener erholt (42 Prozent).

Freie Arbeitszeitgestaltung hat positiven Einfluss auf die Erholung

Wer viel Einfluss auf seine Arbeitszeitgestaltung hat, fühlt sich häufiger erholt (64 Prozent) als Beschäftigte mit wenig Einfluss (52 Prozent). Auch die Möglichkeit zu Homeoffice und Telearbeit kann den Erholungsgrad steigern (von 55 auf 61 Prozent). Das gilt nicht für Führungskräfte. Bei ihnen hat das Homeoffice eher die umgekehrte Wirkung (57 statt 58 Prozent).

Weitere Informationen

www.bundestag.de/dokumente
Bericht über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Deutscher Bundestag, 19. Wahlperiode, Drucksache 19/6500.

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Autor

Dr. Michael Krause