Soziales / 27.09.2017

Arbeitnehmer dürfen Weisungen ignorieren

Arbeitnehmer müssen ungerechte Anweisungen nicht befolgen – handeln aber auf eigenes Risiko

Erfurt/Frankfurt (dpa/tmn). Gibt der Arbeitgeber eine ungerechte Arbeitsanweisung, müssen Untergebene diese nicht befolgen. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesarbeitsgerichts (Az.: 5 AS 7/17) hervor, auf die der Bund-Verlag hinweist. Bisher war es so, dass Arbeitnehmer auch unbillige Weisungen, wie es in der Fachsprache heißt, erst einmal befolgen müssen.

Bundesarbeitsgericht ändert Rechtsauffassung

Diese Rechtsauffassung ändert das höchste Arbeitsgericht nun: Arbeitnehmer können sich solchen Anweisungen von Anfang an verweigern – und müssen nicht erst warten, bis ein Gericht deren Ungerechtigkeit feststellt.

Arbeitnehmer handelt auf eigenes Risiko

Allerdings handeln sie dabei auf eigenes Risiko, so die Experten: Stellt ein Gericht dann später fest, dass eine Anweisung gar nicht unbillig war, muss der Arbeitnehmer die Konsequenzen tragen. Die können bis zur Kündigung reichen.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst