Soziales / 09.04.2021

Arbeitslosigkeit sinkt vor allem in ostdeutschen Flächenländern

IAB-Studie: Wie entwickelt sich 2021 die Arbeitslosenquote in den Bundesländern? Gibt es mehr sozialversicherungspflichtige Jobs?

Arbeitsmarktprognose: Arbeitslosigkeit sinkt vor allem in ostdeutschen Flächenländern. – Logo der Arbeitsagentur.

Nürnberg (IAB/iv). Der Arbeitsmarkt wird sich 2021 langsam von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede: In den ostdeutschen Bundesländern geht die Arbeitslosenquote im Laufe des Jahres mit 0,8 Prozentpunkten stärker zurück als in den westdeutschen Bundesländern mit 0,2 Prozentpunkten.

Mit knapp 6 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Westdeutschland aber etwas niedriger als in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent. Das ist der am Mittwoch veröffentlichten Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu entnehmen. Am stärksten sinkt die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 1,3 Prozentpunkte auf 7 Prozent und in Sachsen um 1,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Dagegen stagniert sie in Baden-Württemberg und Hamburg.

Arbeitslosenquote wäre ohne Covid-19 noch niedriger

Die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 fällt zwar niedriger als im Vorjahr aus, liegt aber dennoch höher als sie es ohne Covid-19 wäre. „Bundesweit wäre die Arbeitslosenquote in einem fiktiven Szenario ohne Covid-19-Pandemie um 1,4 Prozentpunkte niedriger ausgefallen“, sagen die Autorinnen und Autoren.

Im bundesweiten Vergleich sind die Auswirkungen der Pandemie besonders hoch in Berlin mit einem coronabedingten Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,9 Prozentpunkten, in Hamburg mit +2,2 Prozentpunkten und in Nordrhein-Westfalen mit +1,8 Prozentpunkten. In Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Bayern und Niedersachsen beträgt der pandemiebedingte Anstieg maximal einen Prozentpunkt.

Geringe Unterschiede bei sozialversicherungspflichtigen Jobs

Nur geringe Unterschiede lassen sich bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zwischen den Bundesländern feststellen. Wie in den vergangenen Jahren auch, nimmt die Beschäftigung in Berlin am stärksten zu: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt dort um 1,4 Prozent. Schlusslicht im bundesweiten Vergleich ist Thüringen mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. In Berlin macht sich allerdings auch mit -4,4 Prozent der größte Corona-Effekt auf die Beschäftigung bemerkbar. Vergleichsweise wenig Einfluss hat er in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit -0,6 Prozent beziehungsweise -0,7 Prozent.