Soziales / 16.11.2017

Arbeitsmarkt: Boom stärker als in Vorjahren

Zahl der Arbeitnehmer stieg im Sommer erstmals auf über 40 Millionen – aber kein Anstieg bei den Selbstständigen.

Wiesbaden (dpa). In Deutschland haben so viele Menschen einen Job wie nie zuvor: 44,5 Millionen Erwerbstätige zählte das Statistische Bundesamt nach Angaben vom Donnerstag im dritten Quartal des laufenden Jahres. Das waren 275 000 oder 0,6 Prozent mehr als im Frühjahr 2017 und 668 000 oder 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Wiesbadener Behörde wies darauf hin, dass eine Zunahme der Erwerbstätigkeit von Juli bis September saisonal üblich ist - vor allem, weil in diesem Zeitraum junge Menschen üblicherweise ihre Ausbildung beginnen. Allerdings sei der Zuwachs in diesem Jahr stärker gewesen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Während die Zahl der Arbeitnehmer in dem Sommerquartal erstmals die Marke von 40 Millionen überschritten hat, stagnierte die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen weiterhin bei 4,3 Millionen. Die meisten neuen Jobs entstanden den Statistikern zufolge im sozialversicherungspflichtigen Bereich. Beteiligt waren das verarbeitende Gewerbe sowie sämtliche Dienstleistungsbereiche mit Ausnahme der Finanz- und Versicherungsdienstleister. Hier werden im Zeichen von Digitalisierung und hohem Kostendruck schon länger Stellen abgebaut.

Auch Arbeitsvolumen stieg auf Rekordwert

Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg auch das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen auf einen Rekordwert. Die 15,36 Milliarden Arbeitsstunden verteilten sich aber auf mehr Köpfe, so dass jeder Einzelne in den drei Monaten durchschnittlich 345,1 Arbeitsstunden leisten musste. Dieser Wert lag nun wiederum unter den Sommerquartalen der Vorjahre.

Der Sozialverband VdK wies darauf hin, dass trotz dieser Erfolgszahlen eine beträchtliche Zahl von Langzeitarbeitslosen keine Chance habe, auf dem regulären Arbeitsmarkt wieder eine Beschäftigung zu finden. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher verlangte Weiterbildungsangebote und einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor.