Soziales / 28.12.2017

Armutsrisiko Älterer gestiegen

Zeitung: Zahl der über 55-Jährigen mit finanziellen Problemen ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als eine Million gestiegen.

Berlin (dpa). Immer mehr ältere Menschen sind in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Waren im Jahr 2006 noch 4,5 Millionen Menschen im Alter von 55 Jahren und älter betroffen, so stieg die Zahl bis 2016 um mehr als eine Million auf 5,6 Millionen an, berichtet die in Oldenburg erscheinende "Nordwest Zeitung" (Mittwoch) unter Berufung auf aktuelle Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat, die die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) ausgewertet hat.

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland 20,5 Prozent der über 55-Jährige von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. 2006 lag der Anteil noch bei 18,2 Prozent. Das Armutsrisiko Älterer liegt dem Bericht zufolge in Deutschland damit etwa im EU-Durchschnitt von 20,8 Prozent, aber zum Teil deutlich höher als in Nachbarländern. So sind in Frankreich nur 13,1 Prozent der über 55-Jährigen bedroht, in den Niederlanden 13,9 Prozent, in Österreich 16,2 Prozent. In Polen ist das Risiko auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland.

Die Gefahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung wird anhand von drei Kriterien bestimmt. Von Armut bedroht sind Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Hinzu kommen Haushalte, die von materieller Entbehrung betroffen sind. Der dritte Faktor ist Arbeitslosigkeit beziehungsweise eine sehr geringe Erwerbsintensität.

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 Deutsche Presseagentur