Soziales / 22.05.2020

Armutsrisiko für Arbeitslose in Sachsen-Anhalt am höchsten

Die Beschäftigungslage hat sich gebessert, das mittlere Einkommen ist gestiegen. Und doch sind immer mehr Menschen armutsgefährdet.

Armutsrisiko für Arbeitslose in Sachsen-Anhalt am höchsten. – Eine junge Frau leert Münzen und Geldscheine aus einem Einmachglas auf den Tisch.

Berlin (dpa). Arbeitslose sind besonders stark von Armut bedroht – es gibt aber weiter große regionale Unterschiede. In den westlichen Bundesländern galten 53,7 Prozent der Erwerbslosen nach jüngsten Daten für 2018 als armutsgefährdet – in den östlichen Ländern mit Berlin waren es dagegen 67,1 Prozent. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Linke-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

57,4 Prozent aller Arbeitslosen gelten als armutsgefährdet

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat. Für 2018 lag diese Schwelle für ganz Deutschland bei 1.035 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt. Im Vergleich der Länder am höchsten war die Armutsrisikoquote unter Erwerbslosen 2018 in Sachsen-Anhalt mit 74,9 Prozent – am niedrigsten in Bayern mit 44,3 Prozent.

Bundesweit galten nach Daten des Mikrozensus 57,4 Prozent aller Arbeitslosen als armutsgefährdet. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung lag die Quote 2018 bei 15,5 Prozent.

Geht die Armutsschere weiter auf?

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, nannte es einen Skandal, dass die Bundesregierung einer Ausbreitung und Verfestigung von Armut nicht gegensteuere. Besonders dramatisch sei die Situation derzeit in der Corona-Krise.

Das Ministerium erläuterte, angesichts der generellen Zunahme der Beschäftigung in den vergangenen Jahren sei das mittlere Einkommen der Bevölkerung gestiegen – die Zahl der Arbeitslosen sei gesunken.

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 Deutsche Presseagentur