Gesundheit / 30.12.2019

Arztpraxis: Piekfein macht skeptisch

Der Arzt zählt, nicht das Chichi: Studie untersucht die Weiterempfehlungsbereitschaft von Patienten

Bild zum Thema Arztpraxis: Piekfein macht skeptisch. – Arzt überreicht einem älteren Patienten eine Bescheinigung.

Bad Homburg/Hamburg (kjs/Stiftung Gesundheit). Hochglanzpraxen werden seltener empfohlen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2019“ der Stiftung Gesundheit. Darin analysierte ein Expertenteam mehr als 150.000 Arztbewertungen von Patienten, um Faktoren für die Bereitschaft zur Weiterempfehlung zu identifizieren.

Arzt und Praxisorganisation entscheiden

Bewerten Patienten einen Arzt positiv, empfehlen sie ihn auch besonders oft weiter. Ausschlaggebend für die Weiterempfehlung ist der Studie zufolge der Arzt bzw. die Ärztin selbst, gefolgt von einer guten Praxisorganisation und freundlichem Praxispersonal: All diese Faktoren wirken sich erwartungsgemäß positiv auf die Bereitschaft zur Weiterempfehlung aus.

Schicke Praxen erhalten weniger Empfehlungen

Beim Erscheinungsbild der Praxis dagegen zeigt sich ein konträres Bild. Ein besonders gutes Erscheinungsbild einer Praxis führt dazu, dass Patienten sie seltener empfehlen.

Die möglichen Gründe, so die Studie, sind vielfältig: „Vielleicht spielen dabei Elemente des sozialen Unbehagens, des Neids oder einer tief sitzenden Skepsis gegenüber Äußerlichkeiten eine Rolle – oder auch schlichtweg die Befürchtung, dass Hochglanz mit höheren Selbstzahler-Kosten einhergeht“, interpretieren die Experten.

Autor

Karl-Josef Steden