Gesundheit / 17.02.2021

Auch bei Vorerkrankung kein Anspruch auf Sofort-Impfung

Urteil: Wer aufgrund einer Vorerkrankung früher gegen Covid-19 geimpft werden will, muss schwerwiegende Gründe vorweisen können.

Auch bei Vorerkrankung kein Anspruch auf Sofort-Impfung. – Frau wird geimpft.

Stuttgart (dpa/lsw). Menschen mit Vorerkrankungen können nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart nur unter sehr engen Bedingungen in der Corona-Impfreihenfolge vorgezogen werden. Weil sie diese nicht erfüllten, scheiterten zwei Männer und eine Frau mit ihren Eilanträgen auf sofortige Impfung.

Die 79-jährige Frau hatte Atemnot geltend gemacht, ein 39-Jähriger eine Querschnittslähmung samt Immunschwäche und ein 60-Jähriger Krebs und einen kürzlich erlittenen Herzinfarkt. Nach Ansicht der 16. Kammer gehören die Drei weder aufgrund ihres Alters noch aus sonstigen Gründen in die Gruppe mit der in der Coronavirus-Impfverordnung genannten höchsten Impf-Priorität.

Vorgezogene Impfung nur bei besonders hohem Risiko

Anders sehe es aus, wenn in der Verordnung nicht berücksichtigte schwerwiegende Gründe vorlägen und eine spätere Impfung zu einem hohen Risiko eines schweren oder tödlichen Krankheitsverlaufs nach einer Infektion führe. Das Risiko, an einer Covid-19-Erkrankung zu versterben, sei durch die Vorerkrankungen der Antragsteller aber nur geringfügig erhöht. Dagegen hätten Menschen über 80 ein 16-fach höheres Sterberisiko.

Gegen die Beschlüsse können Rechtsmittel eingelegt werden. Nächste Instanz ist der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim.

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 Deutsche Presseagentur