Gesundheit / 12.07.2018

Auch Jungs gegen HPV impfen

Krebserregende Humane Papillomaviren: Knappschaft und AOK übernehmen als erste Kassen die Kosten für die Impfung von Jungen.

Bad Homburg (kma/dpa). Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und die Knappschaft übernehmen als erste gesetzliche Krankenkassen jetzt auch die Kosten für die HPV-Impfung für Jungen. Das teilten beide Kassen am Mittwoch mit.

HPV – das sind Humane Papillomaviren. Sie gelten als hochansteckend, verursachen die häufigsten Geschlechtskrankheiten und können als Spätfolge bösartige Tumore bilden. Laut Robert Koch-Institut gelten die Viren als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und können unter anderem bei sexuellem Kontakt übertragen werden. Bei Männern können unter anderem Krebserkrankungen der Mundhöhle mit HPV in Verbindung stehen.

Bisher zahlten Kassen nur Impfung für Mädchen

Eine Impfung kann die Ansteckung mit HP-Viren verhindern – und dem Krebs vorbeugen. Bisher haben die meisten gesetzlichen Krankenkassen aber nur die Schutzimpfung für Mädchen übernommen – obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) und Fachexperten sie seit Juni auch für Jungen empfehlen.

Da der gemeinsame Bundesausschuss noch entscheiden müsse, ob die Vorsorgemaßnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen werde, könne die Impfung noch nicht als Kassenleistung abgerechnet werden, sagte ein AOK-Sprecher der Deutschen Presseagentur. Allerdings würden die Kosten erstattet.

Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt

Kinder und Jugendliche sollten rechtzeitig vor dem ersten sexuellen Kontakt gegen HPV geimpft werden. Die Knappschaft rät zur Impfung zwischen neun und 14 Jahren. Die Impfung sei seit mehr als zehn Jahren in Europa zugelassen, gut verträglich und hochwirksam.

Die HPV-Impfung wird bei Kinder- und Jugendärzten, aber auch beim Hausarzt durchgeführt und gilt als sicher: "Das Risiko möglicher Impfschäden ist weitaus geringer als die Wahrscheinlichkeit, durch HPV an Krebs zu erkranken", betont Knappschaft-Experte Norbert H. Brockmeyer, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Auf 100.000 Impfdosen komme lediglich eine heftige allergische Reaktion. Die Kosten pro Impfung belaufen sich auf etwa 500 Euro, die von der Knappschaft erstattet werden.

Weitere Informationen:

www.rki.de

Internetseite des Robert-Koch-Institutes mit Fragen und Antworten zu HP-Viren

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Autor

Katja Mathes