Rente / 25.10.2021

Auch Renten unter 1.200 Euro werden jetzt besteuert

Wer als alleinstehender Ruheständler im Jahr mehr als rund 14.000 Euro Brutto-Jahresrente kassiert, muss Geld an den Fiskus abführen.

Bild zum Beitrag "Rentenbesteuerung beginnt immer früher". Das Bild zeigt die Hände eines älteren Mannes, der Geldscheine hält.

Bad Homburg (sth). Neurentnerinnen und -rentner müssen bei immer niedrigeren Renten Steuern bezahlen. Wer als alleinstehender Ruheständler mit Rentenbeginn im Jahr 2021 kein weiteres Einkommen bezieht, muss derzeit bereits ab einer Brutto-Monatsrente von 1.170 Euro Zahlungen an den Fiskus abführen. Das geht aus aktuellen Daten des Bundesfinanzministeriums hervor. Neurentner des 2. Halbjahres 2020 wurden demnach erst ab 1.187 Euro Monatsrente steuerpflichtig, Ruheständler des Jahres 2015 ab 1.280 Euro. 

Hintergrund der steigenden Rentenbesteuerung ist das seit 2005 geltende Alterseinkünftegesetz, mit dem die Bundesregierung auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts reagierte. Seither stieg der Besteuerungsanteil neuer Renten um zunächst jährlich zwei Prozentpunkte (bis auf 80 Prozent im Jahr 2020), ab diesem Jahr bis 2040 jährlich um einen weiteren Prozentpunkt bis auf 100 Prozent. Im Gegenzug können rentenversicherte Beschäftigte und Selbstständige ebenfalls seit 2005 ihre Rentenbeiträge mehr und mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Geltend gemacht werden können auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und manche alltägliche Ausgaben. Fällig wird die Steuer, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (2021: 9.744 Euro) liegen.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Ob Rentnerinnen und Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Hierzu gehören nicht nur Renten, sondern auch weitere Einnahmen, zum Beispiel Mieteinnahmen oder eine Pension. Eine Einkommensteuererklärung wird – im Fall der Einzelveranlagung – immer dann verlangt, wenn der Gesamtbetrag der Rentner-Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Hat er neben der Rente weitere Einkünfte wie etwa Arbeitslohn bezogen, muss er eine Einkommensteuererklärung vor allem dann abgeben, wenn der Besteuerungsanteil der Rente mehr als 410 Euro beträgt.

Das Rentenbezugsmitteilungsverfahren hilft den Rentnerinnen und Rentnern, die Renten richtig und vollständig in die Einkommensteuererklärung einzubeziehen. Hintergrund dieses technischen Informationsverfahren ist, dass zum Beispiel die gesetzlichen Rentenversicherungsträger, berufsständische Versorgungseinrichtungen, Pensionsfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen und Anbieter von Riester-/Basis-Renten den Finanzbehörden melden müssen, in welcher Höhe sie Altersbezüge ausgezahlt haben.

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Autor

Stefan Thissen