Soziales / 06.05.2019

Ausbildung wird nur langsam an Digitalisierung angepasst

Viele Ausbildungsberufe existieren seit Jahrzehnten. Dass sich die Lehrpläne an eine digitalisierte Arbeitswelt anpassen müssen, ist eigentlich klar.

Bil dzum Thema Ausbildung wird nur langsam an Digitalisierung angepasst: Ausbilderin spricht mit junger Auszubildenden.

Köln (dpa/tmn). Die Digitalisierung beeinflusst auch die Berufsausbildung. Einige Unternehmen haben die Ausbildung deshalb zum Teil bereits angepasst. Viele sehen aber Handlungsbedarf vor dem Beginn der Berufsausbildung und bei den Berufsschulen. Das legt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln nahe, für die rund 1.000 Unternehmen befragt wurden.

Neue Ausbildungsinhalte, digitale Lehr- und Lernmethoden

Um die Ausbildung an die sich verändernde Arbeitswelt anzupassen, greifen Unternehmen auf verschiedene Mittel zurück. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) hat in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Ausbildungsinhalte angepasst – wenn auch zum Teil nur in geringem Maße. Und etwa ein Drittel aller Unternehmen (32 Prozent) hat digitale Lehr- und Lernmethoden eingeführt.

In etwas weniger als der Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen haben sich Ausbilder gezielt auf die Digitalisierung vorbereitet. Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) gab an, dass die Auszubildenden sich bei der Gestaltung der Ausbildung aktiv mit Ideen und Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung einbringen.

Unternehmen sehen Handlungsbedarf bei den Berufsschulen

Die Unternehmen sehen Handlungsbedarf vor allem außerhalb ihrer eigenen Zuständigkeiten. Knapp zwei von drei Unternehmen (64 Prozent) gaben an, dass die Schulen ihre Abgänger besser auf die Anforderungen der Digitalisierung in der Arbeitswelt vorbereiten sollten. Die Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) äußerte auch Bedarf an Weiterbildungsangeboten für Ausbilder.

Die Zufriedenheit der Unternehmen mit den Berufsschulen fällt der Studie zufolge beim Thema Digitalisierung eher schwach aus. Sowohl mit der Vorbereitung der Auszubildenden an der Berufsschule als auch technischen und personellen Ausstattung waren die Unternehmen insgesamt wenig glücklich. Jeweils etwas über ein Drittel war mit der Anzahl verfügbarer Lehrkräfte (37 Prozent) und deren digitaler Kompetenz (35 Prozent) unzufrieden. Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) kritisieren die technische Ausstattung.

Digitalisierung braucht ganz neue Ausbildungsberufe

Bei der Frage nach notwendigen Veränderungen, stimmen fast ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) der Aussage zu, dass neue Ausbildungsberufe geschaffen werden sollten. Stärker jedoch ist der Wunsch die vorhandenen Ausbildungsberufe zu modernisieren und neue Zusatzqualifikationen zu schaffen. Den Aussagen stimmten jeweils fast drei Viertel der Unternehmen voll oder teilweise zu (72 und 73 Prozent).

Weitere Informationen

www.iwkoeln.de
PDF zur Studie

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst