Rente / 12.10.2018

Ausländische Beitragszahler: Neuer Höchststand

Die Zahl zugewanderter Beschäftigter und Selbstständiger ist innerhalb des vergangenen Jahrzehnts um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Berlin (drv/sth). Die Zahl der aktiv Versicherten in der Rentenversicherung mit ausländischer Staatsangehörigkeit hat Ende des Jahres 2016 mit 5,46 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2015 waren es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung noch 4,88 Millionen, im Jahr 2006 etwa 3,16 Millionen. Damit ist die Zahl der ausländischen Rentenbeitragszahler innerhalb des vergangenen Jahrzehnts um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Mit rund 988.000 aktiv Versicherten bildeten türkische Staatsangehörige Ende 2016 die bei Weitem größte Gruppe unter den Ausländern in der Rentenversicherung. Ihnen folgten mit rund 459.000 aktiv Versicherten polnische Staatsangehörige. Deren Zahl hat in den letzten zehn Jahren, nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union und der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit, am stärksten unter allen ausländischen Staatsangehörigen zugenommen. Zwischen 2006 und 2016 gab es in dieser Gruppe einen Anstieg um das 3,5-fache.

Viele Versicherte aus dem ehemaligen Jugoslawien

Ebenfalls stark vertreten sind Staatsangehörige aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Hier erfolgte die Zuwanderung sowohl im Rahmen von Anwerbeabkommen und Familiennachzug als auch infolge der Kriege zwischen den Nachfolgestaaten während der 1990er-Jahre. Unter stark vertretenen Nationengruppen befinden sich mit Italien (312.000), Griechenland (173.000), Spanien (79.000) und Portugal (74.000) weitere Länder, mit denen einstmals ein Anwerbeabkommen geschlossen wurde.

Die 2007 und 2013 neu zur EU hinzugekommenen Mitgliedstaaten Bulgarien (139.000), Kroatien (143.000) und Rumänien (294.000) tragen ebenfalls wesentlich zum Zuwachs ausländischer Versicherter bei. Die Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union in den Jahren 2011 und 2014 hat für viele EU-Bürger das Arbeiten in Deutschland erleichtert und den Zuzug aus anderen EU-Staaten begünstigt. Auch haben die Kinder der in den 1960er- und 1970er-Jahren zugewanderten ausländischen Staatsangehörigen zwischenzeitlich das Erwerbstätigenalter erreicht. Sie sind häufig in Deutschland geboren, haben aber die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern beibehalten.

Mehr als 90 Prozent zugewanderter EU-Bürger zahlen Beiträge

Von den ausländischen Versicherten mit EU-Staatsbürgerschaften zahlen über 90 Prozent Beiträge zur Rentenversicherung. Ausländische Versicherte mit EU-Staatsangehörigkeit tragen damit in gleichem Maße zur Finanzierung der Rentenversicherung bei wie deutsche Staatsangehörige. „Dies wirkt sich positiv auf die Einnahmesituation in der gesetzlichen Rentenversicherung aus", heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu einer Broschüre der Deutschen Rentenversicherung zum Arbeiten in Europa

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 Deutsche Rentenversicherung