Finanzen / 28.05.2020

Bayern ist Spitzenreiter bei Corona-Schulden

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, müssen Bund und Länder sich in hohem Maße neu verschulden.

Bayern ist Spitzenreiter bei Corona-Schulden. – Umriss der Bundesrepublik Deutschland mit Städtepunkten, aus dem Hintergrund zeigt ein Mann mit dem Finger.

München (dpa/lby). Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nimmt Bayern Nettokredite in Höhe von 3.049 Euro pro Einwohner auf. Demnach ist der Freistaat im Vergleich mit Bund und Ländern Spitzenreiter bei der Neuverschuldung. Dies geht aus einer aktuellen Auflistung des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein hervor.

Kreditermächtigungen sind noch keine finale Pro-Kopf-Verschuldung

„Es handelt sich hier ausdrücklich um Kreditermächtigungen. In welcher Höhe diese Kreditermächtigungen dann tatsächlich benötigt werden, ist zum heutigen Zeitpunkt in keiner Weise abschätzbar“, sagte ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums. Aus den Kreditermächtigungen bereits eine finale Pro-Kopf-Verschuldung zu berechnen, sei zu voreilig und werde dem Staatshaushalt nicht gerecht.

Dahinter folgen Bremen (1.754 Euro), Sachsen (1.473 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1.393 Euro), wobei in Sachsen in der Zahl schon konjunkturell bedingte Mindereinnahmen berücksichtigt sind.

Vergleich zwischen Bund und Ländern

Zum Vergleich: Die Kreditaufnahme des Bundes liegt umgerechnet pro Einwohner bei 1.876 Euro. Bei den meisten anderen Ländern belaufen sich die Mehrausgaben auf weniger als 500 Euro pro Einwohner. Thüringen und Berlin verzichten vollends auf eine Kreditaufnahme.

Insgesamt stellen Bund und Länder wegen der Krise zusätzliche Ausgaben von rund 342 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen rund 75 Prozent (255,8 Milliarden Euro) auf den Bund und 25 Prozent (85,8 Milliarden Euro) auf die Länder. Auch in absoluten Zahlen liegt Bayern hier mit 40 Milliarden Euro unter den Ländern an der Spitze.

Autor

 Deutsche Presseagentur