Soziales / 23.01.2020

Befristungen bei Jobs sehr oft zur Erprobung von Mitarbeitern

Viele Jobs sind zunächst befristet – auf sechs Monate, ein oder zwei Jahre. Oft steckt keine wirtschaftliche Notwendigkeit dahinter.

Bild zum Thema Befristungen bei Jobs sehr oft zur Erprobung von Mitarbeitern: Mann steht neben dem Schreibtisch einer Frau im Büro.

Berlin (dpa). Unternehmen in Deutschland befristen Jobs in den meisten Fällen zur Erprobung der Mitarbeiter. Das zeigt eine kürzlich in Berlin vorgestellte Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland zuvor berichtet hatte. Demnach ist die Erprobung von Beschäftigten der mit 42 Prozent am häufigsten genannte Grund von Befristungen in der Privatwirtschaft. Danach folgen zeitlich begrenzter Mehrbedarf, eine unsichere wirtschaftliche Perspektive und begrenzter Ersatzbedarf.

Steigert eine Befristung die Motivation der Mitarbeiter?

Dazu kommen noch 2 Prozent von Betrieben, die als Hauptgrund nennen, eine Befristung steigere die Motivation der Beschäftigten. Wenn Arbeitgeber mehrere Gründe gleichzeitig angeben können, sagen dies sogar mehr als zehn Prozent. In vielen Fällen würden Befristungen aus dem einfachen Grund eingesetzt, dass sie möglich seien, so der DGB. Für seine Studie wertete er repräsentative Arbeitgeberbefragungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus.

Arbeitsminister will sachgrundlose Befristungen begrenzen

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will sachgrundlose Befristungen per Gesetz eindämmen. Sachgründe können etwa bestimmte Projekte eines Unternehmens sein, Vertretungen wie bei Elternzeit oder auch die Erprobung eines Mitarbeiters. Der Anteil von Befristungen bei den Arbeitsverträgen lag laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Jahr 2018 in der Privatwirtschaft bei 7,1 Prozent, im öffentlichen Dienst bei 8,9 Prozent. Rund 1,46 Millionen oder 38 Prozent der Neueinstellungen waren befristet, der Großteil davon ohne Sachgrund.

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www.dgb.de
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Autor

 Deutsche Presseagentur