Finanzen / 09.12.2020

Berlin plant Solarpflicht für Dächer

Wer in Berlin ein Haus baut oder das Dach saniert, muss künftig eine Solaranlage installieren. Andere Länder ziehen womöglich nach.

Baustellle Hausbau – Bildnachweis: istockphoto.com © Frizzantine

Berlin (dpa/bb). Neubauten für Wohnen und Gewerbe in Berlin sollen künftig verpflichtend eine Solaranlage auf dem Dach haben. Ein entsprechendes Gesetz brachte der rot-rot-grüne Senat am Dienstag auf den Weg. Eine Solarpflicht soll demnach auch für Bestandsbauten gelten, bei denen das Dach grundlegend saniert wird.

Projekt klimaneutrales Berlin

Nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sind Ausnahmen vorgesehen. Das betrifft etwa Gebäude mit weniger als 50 Quadratmeter Nutzfläche oder Häuser, deren Dach ungeeignet für eine Solaranlage ist. Das Gesetz soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten. Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Berlin spiele Solarenergie eine Schlüsselrolle.

Weitere Bundesländer planen eine Solarpflicht für Dächer

Nach Pops Einschätzung liegt der Preis, den Eigentümer dafür bezahlen müssen, im „kleinen und tolerierbaren Bereich“. Eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus kostet demnach 7.800 Euro und macht damit im Durchschnitt rund drei Prozent der Gesamtkosten aus. Eine Anlage für ein Mehrfamilienhaus schlägt Pop zufolge mit 20.000 Euro zu Buche, was die Baukosten um ein Prozent verteuere.

Mit der Solarpflicht für Dächer steht Berlin in Deutschland nicht allein da. Auch andere Bundesländer wie Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg oder Bremen verfolgen derartige Pläne in unterschiedlicher Ausprägung.

Autor

 Deutsche Presseagentur